Rheinische-Post-Interview mit Detektiv Patrick Kurtz: „Beim Observieren braucht man Konzentration, Sitzfleisch und eine gute Blase“


Im Herbst 2025 interviewte Thomas Geuchen von der Rheinischen Post Privatdetektiv Patrick Kurtz von der Kurtz Detektei Düsseldorf zum Detektivberuf, mit Fokus auf Beziehungsangelegenheiten. Hier der Beitrag:


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Rheinische Post: „Beim Observieren braucht man Konzentration, Sitzfleisch und eine gute Blase“


Düsseldorf · Patrick Kurtz unterhält deutschlandweit Detektivbüros. Oft arbeitet er für Kunden, die ihren Partner der Untreue verdächtigen. Denn bei Eifersucht kennen manche Menschen keine Hemmungen mehr.

Von Thomas Geuchen

Mehr als zehn Jahre ist es her, da wurde Patrick Kurtz zum ersten Mal von einer Frau dafür bezahlt herauszufinden, ob ihr Mann sie mit einer anderen betrügt. Kurtz stand am Beginn seiner Karriere als Detektiv und erinnert sich noch heute gut an den Fall. Die Protagonisten: eine Griechin, ihr deutscher Ehemann und dessen Praktikantin.

Das Ehepaar versorgte griechische Restaurants mit Möbelgarnituren; er fuhr von Kunde zu Kunde, um die Ware zu verkaufen – und nahm auf seinen Geschäftsreisen verdächtig oft die Praktikantin mit. Die argwöhnische Ehefrau beauftragte Kurtz mit einer Observation. „Ich habe sie eine ganze Weile beobachtet, bestimmt eine Woche lang“, erzählt Kurtz in der Rückschau. „Es gab eigentlich nie etwas Auffälliges in der Öffentlichkeit. Klar, sie waren miteinander unterwegs, aber es war nicht so, dass sie Zärtlichkeiten ausgetauscht hätten.“


Enthemmung nach Verlassen des eigenen Wohngebiets


Aber Kurtz blieb am Ball. Eines Tages fuhren der Ehemann und die Praktikantin für eine längere Dienstreise in die Niederlande. Kurtz folgte unauffällig mit einem Kollegen. „Wenn man über längere Zeiträume und größere Strecken hinweg Fahrzeuge verfolgen muss, ist es wichtig, dass man sich abwechseln kann, damit nicht immer dasselbe Fahrzeug im Rückspiegel ist“, erklärt er.

Der Aufwand sollte sich lohnen. „Sie waren aus dem Stadtgebiet raus, 100 Kilometer entfernt von ihrem Wohnort. Dann hielten sie auf einer Autobahnraststätte an und es ist zu sehr eindeutigen Handlungen gekommen“, sagt Kurtz. Die Knutschszenen auf dem Parkplatz nahmen die Detektive mit der Videokamera auf. 


Unerwartete Reaktion der Ehefrau


In den Niederlanden angekommen, ging es munter weiter. Die Detektive besorgten sich ein Hotelzimmer über dem der „Zielpersonen“, wie es im Fachjargon heißt, und folgten dem Mann und der Praktikantin bei deren Restaurantbesuchen.

Wieder zu Hause, legten sie der gehörnten Ehefrau ihren Bericht vor – und erlebten eine Überraschung. „Sie hat laut losgejubelt. Sie hat sich gefreut: ‚Endlich habe ich ihn erwischt'“, berichtet Kurtz. Anscheinend ging es der Frau nur darum, endlich einen Beweis zu haben – als Druckmittel. Denn eine Trennung stand für sie offenbar nicht im Raum. Vielmehr habe sie ihren Mann wohl „unter Kontrolle halten wollen“, wie Kurtz spekuliert: „Das wird in der Beziehungsdynamik sicher noch Folgen gehabt haben.“ 


Privatdetektive in Deutschland: großes Themenspektrum bei Ermittlungen


Patrick Kurtz dürfte wissen, wovon er spricht. Der 36-Jährige arbeitet seit zwölf Jahren als IHK-zertifizierter Detektiv und unterhält ein Netzwerk von rund 30 Detektivbüros in ganz Deutschland, darunter Niederlassungen in Düsseldorf, Köln und im Ruhrgebiet. Für seine Aufträge schöpft er aus einem Pool von etwa 60 freiberuflich tätigen Ermittlern. Das (lukrativere) Standbein der Zweigstelle in Düsseldorf sind Ermittlungen im Bereich der Wirtschaftskriminalität; bei privaten Ermittlungen kann es um Nachbarschafts-Streitigkeiten, Unterhaltsfragen oder Drohbriefe gehen.

Doch Ehebruch und Fremdgehen sind Kurtz zufolge die häufigsten Gründe für die Beauftragung von Detektiven. Kurtz weiß, dass es sich um heikle Missionen handelt. „Es geht um persönliche Beziehungen, da können Kinder mit drinstecken, es können sich Dramen abspielen“, sagt er. Außerdem erforderten die meisten dieser Fälle kein besonderes technisches Geschick oder kombinatorische Fähigkeiten. Aber sie sind das tägliche Brot des Privatdetektivs.

Wenn Menschen einen Privatermittler damit beauftragen, ihren Partner zu observieren, überschreiten sie eine große Hemmschwelle. In der Regel müsse daher schon „ziemlich viel vorgefallen“ sein, meint Kurtz. Typische Anzeichen dafür, dass beim Partner etwas im Busch sein könnte: geheimnisvolle Handynachrichten, ständige Überstunden oder eine plötzliche, vorher so nicht da gewesene Aufmerksamkeit für das eigene äußere Erscheinungsbild.


Detektive für Gewissheit bei Vertrauensdefiziten


Vom Detektiv sind im Umgang mit den Kunden Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl gefragt. Für einen ersten Kontakt bietet Kurtz aus Gründen der Diskretion an, eine anonyme E-Mail zu schicken. Auf seiner Homepage versucht er zudem, mit einem psychologischen Argument zu überzeugen: Zwar könnten Ermittlungen schmerzhafte Erkenntnisse zu Tage fördern – das sei aber allemal besser als ein „Leben in Sorge und Ungewissheit“. „Ich denke, jeder, der schon mal selbst in der Situation war, an der Treue des Partners zu zweifeln, kann sich ausmalen, was für ein beschissenes Gefühl das ist“, sagt Kurtz. Seine Botschaft: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Die Menschen, die zu ihm kämen, seien ganz unterschiedlich drauf, sagt Kurtz. „Manche sind furchtbar aufgeregt, andere ganz gelassen.“ Auf das Kundengespräch, aus dem sich eine Einschätzung ergibt, ob eine Ermittlung sinnvoll ist, und wenn ja, wo sie ansetzen kann und in welchem Umfang sie stattfinden soll, folgt der eigentliche Einsatz. „Dabei braucht man viel Konzentration, Sitzfleisch und eine gute Blase“, zählt Kurtz auf. Denn die meiste Zeit passiere herzlich wenig. Die wichtigsten Hilfsmittel bei der Observation sind das eigene Fahrzeug, eine hochwertige Kamera und das Smartphone. „Ansonsten, je nach Situation, gibt es verschiedene Gimmicks“, sagt Kurtz. „Gerade im Kamerabereich haben wir viele versteckte Lösungen. Dadurch, dass die Akkus mittlerweile so klein sind, kann man Kameras fast überall verstecken.“ 


Infobox


Detektive in Deutschland nicht staatlich anerkannt


Status: Trotz der Bemühungen des Bundesverbands des Detektiv- und Ermittlungsgewerbes (BuDEG) ist der Detektivberuf bis heute hierzulande nicht rechtlich geschützt – anders als in Nachbarländern wie etwa Österreich. Sie verfügen daher weder über einen besonderen Status noch über besondere Rechte bei der Überwachung.

Ausbildung: Dennoch bieten in Deutschland verschiedene Träger mehrmonatige Detektiv-Lehrgänge an. Dazu zählen die Sicherheitsakademie Berlin (SAB) oder die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD), die mit der IHK zusammenarbeitet.


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Rechtliche Einschränkungen bei Detektiv-Observationen


Dass die Beobachtung legal abläuft, ist Kurtz zufolge gewährleistet. Da es sich um einen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der observierten Person handelt, muss ein berechtigtes Interesse vorliegen – etwa das wirtschaftliche Interesse eines Ehepartners. Grob gesagt: Je länger und fester die in Frage stehende Beziehung, desto gerechtfertigter eine Ermittlung, wenn ein Partner befürchtet, hintergangen zu werden.

Selbst dann aber gibt es eine Tabuzone, nämlich den so genannten höchstpersönlichen Lebensbereich. Da es sich bei (vermeintlicher) Untreue um keine Straftat handelt, muss der Detektiv seine Zielperson dann, wenn sie sich in den eigenen vier Wänden oder dem eigenen Fahrzeug aufhält, in Ruhe lassen.


Unterschiedlichste Fallkonstellationen bei Fremdgehen


Doch auch mit dem vorhandenen Spielraum gelangen die Ermittler in der Regel zu gesicherten Erkenntnissen. In 60 bis 70 Prozent der Fälle bestätige sich der Verdacht, sagt Patrick Kurtz – sei es, dass die observierte Person eine ernsthafte Beziehung zu jemand anderem hat oder „bloß“ bei einem Seitensprung erwischt wird.

Manchmal, erzählt Kurtz, kommen auch ganz andere Dinge heraus: „Zum Beispiel, dass der Mann spielsüchtig ist. Oder, dass er einen Nebenjob hat, den er aus irgendeinem Grund nicht verraten wollte.“ Ein Sonderfall besteht, wenn sich herausstellt, dass die observierte Person – in aller Regel sind es Männer – Prostituierte aufsucht. Die Reaktionen darauf können in Kurtz‘ Erfahrung sehr unterschiedlich ausfallen: von Erleichterung, weil es sich um kein „emotionales“ Fremdgehen handelt, bis hin zu Ekel. 


Umfassende Veränderungen des Detektiv-Berufs durch technologischen Wandel


Für seine Dienste nimmt Kurtz 74 Euro die Stunde. Damit sich eine Observation lohne, müsse man mindestens 500 Euro einplanen, sagt er. Zwar habe er schon Anfragen „vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Fußballnationalspieler“ bekommen – letztlich leisten kann sich einen Detektiv aber nur eine betuchte Klientel, die in der Regel mittleren Alters ist. Männer und Frauen halten sich unter Kurtz‘ Kunden in etwa die Waage. Vorurteile, die mal dem einen, mal dem anderen Geschlecht bescheinigen, eher zum Fremdgehen zu neigen, kann der Detektiv nicht bestätigen.

Ist das Geschäftsmodell zukunftsfähig? Längst gibt es Spionage-Apps, mit denen sich das Handy des Partners überwachen lässt; in den sozialen Medien lassen sich „Treuetester“ engagieren, die die Zielperson mittels Flirtversuchen per Chat oder E-Mail auf die Probe stellen. Andererseits gibt es der IHK zufolge allein in Düsseldorf aktuell 26 Privatdetekteien.


Frau spioniert Handy des Partners aus; Ehebruch-Detektiv Düsseldorf, Privatdetektiv bei Fremdgehen Düsseldorf, Detektei Rheinland, Detektiv Rheinland

Kurtz gibt zu, dass im Zuge der genannten Entwicklungen weniger Aufträge eingehen. Er weiß aber auch zu berichten, dass Ermittlungen auf eigene Faust meist scheiterten: „Wir hatten es schon diverse Male, dass Leute kamen und meinten, ich habe es schon mal selbst versucht, und mein Partner hat mich erwischt.“

So dramatisch die Erkenntnis, dass der eigene Partner fremdgeht, im Einzelfall für den Betroffenen sein mag: Für Kurtz ist sie Alltag. Letztlich gehe es hier wie bei den meisten Ermittlungen um eine Form des Betrugs, sagt er: „Ich denke, man kann als Detektiv weiter darauf bauen, dass die Leute mit diesen Problemen zu uns kommen werden. Fremdgehen ist ein Phänomen, das sich durch die Menschheitsgeschichte hindurch zieht.“ 


Hinweis


Der Originalartikel erschien im September 2025 in der Rheinischen Post. Die Hervorhebungen (Fettschrift), Zwischenüberschriften, Bilder und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.


Kurtz Detektei Düsseldorf

Grafenberger Allee 293

D-40237 Düsseldorf

Tel.: 0211 9874 0021

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-duesseldorf.de

Web: https://www.kurtz-detektei-duesseldorf.de

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Originalbeitrag: https://kurtz-detektei-duesseldorf.de/news-aus-der-welt-der-detektive/Rheinische-Post-Interview-mit-Detektiv-Patrick-Kurtz-Beim-Observieren-braucht-man-Konzentration-Sitzfleisch-und-eine-gute-Blase/

„Hollywood-reif oder langweilig?“ – Interview mit Detektiv Patrick Kurtz in den Nürnberger Nachrichten


Im September 2024 erschien in den Nürnberger Nachrichten ein Artikel über das Berufsbild von Detektiven in Franken und speziell über die Tätigkeit der Kurtz Detektei Nürnberg. Hierfür interviewte Journalistin Alicia Kohl Detektei-Inhaber Patrick Kurtz. Die Print-Version des Artikels weicht etwas von der Online-Veröffentlichung ab, nachfolgend reichen wir die Print-Version nach.

Artikel-Teaser: „Wer das Wort Privatdetektiv hört, denkt schnell an Trenchcoats, dunkle Gassen und wilde Verfolgungsjagden in Filmen. Aber ist der Beruf wirklich so Hollywood-reif wie er klingt? Privatdetektiv Patrick Kurtz gibt Einblicke.“


Screenshot des NN-Artikels; Detektei Nürnberg, Detektiv Nürnberg, Privatdetektiv Nürnberg, Privatermittler Nürnberg

NN-Artikel: „Ist der Job als Privatdetektiv so filmreif, wie er klingt? Chef einer Nürnberger Detektei erzählt“


„Privatdetektiv – das klingt wie ein Wort aus einem Roman, ein Beruf aus einem Film. Jemand, der Bösewichten nachschleicht und Verbrecherinnen überführt. Dass es diesen Beruf auch wirklich gibt, ‚dass man das überhaupt machen kann in Deutschland‘, findet Patrick Kurtz nur durch Zufall heraus. Als er zwischen Bachelor- und Master-Studium gerade ein Jahr Zeit hat, stößt er auf eine Praktikantenstelle bei einer Detektei. Zwar stellt sich heraus, dass das eine Fake-Anzeige war, doch ‚dadurch war die Idee bei mir einmal eingepflanzt‘.

Er war schon als Kind Krimi-Fan, hat die Romane von Edgar Allan Poe und Agatha Christie gelesen. ‚Und ich habe mit 13 Jahren angefangen, Pfeife zu rauchen. Das hat alles einfach zusammengepasst‘, sagt er und lacht. Inzwischen arbeitet Kurtz seit elf Jahren als Privatdetektiv. Zu Beginn hat er eine sechsmonatige Ausbildung an der Sicherheitsakademie in Berlin absolviert. Die ist aber nicht verpflichtend: Im Grunde könnte jede Person eine Detektei eröffnen.

Als Chef der Kurtz Detektei, die ihren Hauptsitz in Leipzig, aber auch eine Niederlassung in Nürnberg hat, ist der 35-Jährige inzwischen vor allem im administrativen Bereich tätig und kümmert sich um das Management. Er greift auf etwa 50 Privatdetektivinnen und -detektive zurück, die die Aufträge erledigen.

Kurtz selbst wohnt in Leipzig, Barcelona und Schottland und ist in der Region um Nürnberg, in Deutschland wie auch international als Privatdetektiv unterwegs. Bundesweit gibt es laut dem Bundesverband der Detektiv- und Ermittlungsbranche aktuell insgesamt 728 Detekteien, davon in Bayern etwa 85.


Stiller Helfer Google Maps


‚Das täglich Brot von normalen Detektiven ist Observation‚, erklärt Kurtz. Bekommt eine Privatdetektivin einen Auftrag, werden zunächst die vorliegenden Daten übermittelt, dann kundschaftet sie über Google Maps und Street View das ‚Observationsumfeld‚ aus. So kann im Voraus entschieden werden, wie viele Ermittlerinnen und Ermittler für einen Fall nötig sind und wie die An- und Abfahrtswege vor Ort sind. Und dann geht‘s los.

‚Die Observationstage selbst können spannend sein, aber auch sehr langweilig, je nachdem wie viel an dem Tag passiert‘, erzählt Kurtz. Manchmal bewegt sich die Zielperson gar nicht, ‚dann sitzt man im Auto und hat nichts weiter zu tun‘. Aufmerksam müsse man aber trotzdem zu jeder Zeit sein.

Für den Fall, dass die Zielperson mit dem Fahrrad davon düst, haben Privatdetektivinnen und -detektive häufig ein Klappfahrrad im Kofferraum. Wenn die Person in den nächsten Bus steigt, folgen sie auch dorthin.

Neben Observationen zählt auch die Recherche zu den Hauptaufgaben einer Privatdetektivin oder eines -detektivs. Viele Fälle, die Kurtz’ Detektei behandelt, drehen sich um ‚Betrug, sowohl im privaten als auch im wirtschaftlichen Bereich‘. Als typischen Fall nennt Kurtz Personen, die glauben, dass ihr Partner fremdgeht, und ihn deshalb observieren lassen. Aber auch Arbeitgeber, die den Verdacht haben, dass Mitarbeitende sich unberechtigt krankmelden. ‚Die Beauftragung durch Privatleute ist häufiger, das Auftragsvolumen bei Unternehmen aber größer, da steckt mehr Geld dahinter.‘


Detektiv mit Kamera im Auto; Detektivagentur Nürnberg, Detektivbüro Nürnberg, Wirtschaftsdetektei Nürnberg, Privatdetektei Nürnberg

Der Täter war … der Gärtner


Aber auch Diebstähle bearbeitet die Detektei. Kurtz erzählt von einem Gemeindepfarrer, der sich bei ihm gemeldet hatte. Der Geistliche berichtete, dass von der Kollekte weniger übrig bleibe, als ursprünglich gespendet wurde – das Geld werde nach dem Gottesdienst gezählt und anschließend in einen Safe gelegt. Da kein klarer Verdacht bestand, wer der Täter oder die Täterin sein könnte, hat Kurtz mit seinem Team Kameras in zwei Räumen angebracht und das Videomaterial ausgewertet. Und es war: der Gärtner – wie klischeehaft in vielen Krimis [den (korrekt dargestellten) Fall gibt es hier zum Nachlesen].

Je nach Region unterscheidet sich der Preis für einen Detektiveinsatz, die Auftraggebenden zahlen pro Stunde etwa zwischen 74 und 95 Euro. Das klingt erstmal nicht so viel, observiert wird üblicherweise aber acht bis zwölf Stunden pro Tag, manchmal sogar bis zu 19 Stunden, erklärt Kurtz. Dazu komme, dass sich Observationen über Tage, manchmal sogar über Wochen ziehen. Dazu kämen noch Spesen und Spritgeld.

Jede Beschattung sei ‚automatisch ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Personen, die wir observieren‘, sagt Kurtz. Aber: ‚Wir dürfen alles machen, wofür ein sogenanntes berechtigtes Interesse besteht.‘ Privatdetektivinnen und -detektive dürfen also ’nicht grundlos oder gar ins Blaue ermitteln oder beobachten‘, so der Bundesverband der Detektiv- und Ermittlungsbranche. Nur wenn die auftraggebende Person beispielsweise nachweisen kann, dass arbeitsrechtliche Sanktionen durchgesetzt werden sollen oder zivilrechtliche Ansprüche bestehen, können Aufträge angenommen werden.'“


Hinweis


Der Originalartikel erschien im September 2024 auf der Website der Nürnberger Nachrichten sowie in der Druckfassung. Die Hervorhebungen (Fettschrift), Zwischenüberschriften, Bilder und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.


Kurtz Detektei Nürnberg und Franken

Äußere Bayreuther Straße 59

D-90409 Nürnberg

Tel.: 0911 3782 0154

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-nuernberg.de

Web: https://www.kurtz-detektei-nuernberg.de

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Originalbeitrag: https://kurtz-detektei-nuernberg.de/detektiv-news/Hollywood-reif-oder-langweilig-Interview-mit-Detektiv-Patrick-Kurtz-in-den-Nürnberger-Nachrichten/

MDR-Interview mit Privatdetektiv Patrick Kurtz: „Beobachten, dokumentieren, aufdecken: Der Alltag eines modernen Detektivs“


Unter dem Stichwort „Ungewöhnliche Berufe“ interviewte der MDR Privatdetektiv Patrick Kurtz von der Kurtz Detektei Dresden zum Detektivberuf. Aus den Videodrehs auf dem Gelände der MDR-Studios in Leipzig sind Veröffentlichungen in mehreren Medien entstanden, unter anderem ein Artikel, dessen Abschrift untenstehend folgt. Die Videos dazugehörigen Videos reichen wir in Kürze in einem separaten Beitrag nach.


Screenshot des MDR-Artikels; Detektei in Dresden, Detektiv in Dresden, Privatdetektiv in Dresden, Privatdetektei in Dresden

MDR-Artikel: „Beobachten, dokumentieren, aufdecken: Der Alltag eines modernen Detektivs“


Er benutzt eher die Kamera als die Lupe, trägt keinen Hut und raucht nur gelegentlich Pfeife: Patrick Kurtz ist Privatdetektiv. Mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deckt er Wirtschaftsverbrechen auf, führt Familien zusammen oder erwischt untreue Partnerinnen und Partner in flagranti. Damit macht er sich nicht nur Freunde.

Über Monate hinweg verkauften Angestellte eines gastronomischen Betriebs in Düsseldorf insgesamt rund 19.000 Liter Bier, ohne es zu verbuchen. Als der Oberkellner mit einem neuen Auto vorfuhr, wurde der Arbeitgeber argwöhnisch und heuerte die Detektei von Patrick Kurtz an.

Die schleuste eine Detektivin in den Betrieb ein, die sich als Kellnerin ausgab. Es dauert nicht lange, und sie wurde in die illegalen Abläufe eingeweiht. 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren beteiligt. 2.000 Euro gab es so jeden Monat für jeden auf die Hand. Der Oberkellner hatte ein jährliches Nebeneinkommen von rund 70.000 Euro. Der Betrug flog auf – Fall gelöst. [Hier geht’s zum Fallbericht.]


Betrug und Untreue


Seit zwölf Jahren betreibt Patrick Kurtz seine Detektei [mit Hauptsitz] in Leipzig. Der Geschäftsführer koordiniert Detektive in ganz Deutschland. 60 bis 80 Mitarbeiter sind auf freiberuflicher Basis für ihn tätig. Die Fälle kommen vor allem aus dem Bereich Wirtschaftskriminalität. Dabei geht es um vielfältige Formen des Betrugs: ArbeitszeitSpesen, um unrechtmäßige Krankschreibungen.

Aber auch private Auftraggeber nehmen seine Dienste in Anspruch. „Da geht es ganz oft um Untreue, aber auch um SorgerechtsangelegenheitenUnterhaltsfragen“ , erklärt der 35-Jährige. „Wir haben aber auch schon sehr viele sehr schöne Fälle gehabt, wo wir Familien zusammenführen konnten, wo wir Leute, die verschwunden sind, wiedergefunden haben.“ Hierzu kann Kurtz auf ein großes Recherchenetzwerk zurückgreifen.


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Betrüger zu entlarven ist das häufigste Beschäftigungsfeld für Detektive in Deutschland.


Mit Beharrlichkeit ans Ziel


Im Detektivalltag hilft oft Geduld, Beharrlichkeit und ein langer Atem, sagt Kurtz. „Der Alltag eines normalen Detektivs besteht darin, dass er Observationen durchführt. Also, dass er auf der Straße ist, meistens im Auto Leuten hinterherfährt, guckt: Was machen die einen Tag lang?“

Dabei dürfen natürlich keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Das Abhören von Telefonaten oder Aufzeichnen von Gesprächen ohne das Wissen des Gegenübers ist gesetzeswidrig. Die Detektive dokumentieren ihre Beobachtungen in Form eines gerichtsverwertbaren Ermittlungsberichts. Damit können dann vom Auftraggeber weitere zivilrechtliche oder arbeitsrechtliche Maßnahmen durchgeführt werden.


Profession wird oft nicht ernst genommen


Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist dabei unvermeidbar, aber nicht immer einfach. „Manche sehen uns als Konkurrenz oder nehmen uns auch teilweise gar nicht unbedingt ernst. Da können dann selbst schwerwiegende Taten vorgefallen sein, zu denen wir relevante Informationen liefern können, die aber ignoriert werden.“

Hier wünscht sich Kurtz eine Professionalisierung des Gewerbes und einheitliche Zugangsstandards. „Im Grunde kann jeder zum Gewerbeamt laufen und auch als Laie ein Detektiv-Gewerbe anmelden.“ Kurtz, der eigentlich Literaturwissenschaften studiert hatte, hat die Profession an der Sicherheitsakademie in Berlin von der Pike auf gelernt, wie er sagt.


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Hinweis


Der Originalartikel erschien im Juni 2025 auf der Website des Mitteldeutschen Rundfunks. Die Hervorhebungen (Fettschrift), Zwischenüberschriften, Bilder und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.


Kurtz Detektei Dresden

Enderstraße 94

D-01277 Dresden

Tel.: 0351 41 88 44 70 

Fax: 0351 41 88 44 79   

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-dresden.de 

Web: https://www.kurtz-detektei-dresden.de

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Originalbeitrag: https://kurtz-detektei-dresden.de/kontakt/blog-der-kurtz-detektei-dresden/MDR-Interview-mit-Privatdetektiv-Patrick-Kurtz-Beobachten-dokumentieren-aufdecken-Der-Alltag-eines-modernen-Detektivs/

Artikel der WAZ über die Arbeit der Kurtz Detektei Bochum: „‚Verkleiden gehört dazu‘: So arbeitet ein Detektiv in Bochum“


Marie Illner von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung interviewte im letzten Jahr Privatdetektiv Patrick Kurtz hinsichtlich der Arbeit der Kurtz Detektei Bochum. Fotograf Andreas Buck besuchte uns dann noch in unserem Detektivbüro. Nachfolgend eine Abschrift des Artikels.


Screenshot des WAZ-Artikels; Detektei in Bochum, Detektiv in Bochum, Privatdetektiv in Bochum, Wirtschaftsdetektei in Bochum

„‚Verkleiden gehört dazu‘: So arbeitet ein Detektiv in Bochum“


Bochum. Patrick Kurtz arbeitet als Detektiv in Bochum. Welche Fälle dem 34-Jährigen in Erinnerung blieben und wie viel an Klischees aus Filmen dran ist.

Es gibt etwas, das hat Patrick Kurtz immer im Auto: Wechselkleidung. Ein Outfit als Techniker, eins für den schicken Restaurantbesuch in der Nobelgastronomie. Denn als Detektiv können unerwartete Wendungen es notwendig machen, schnell in eine andere Rolle zu schlüpfen.

Kurtz (34) ist Privatermittler und als solcher im ganzen Bundesgebiet unterwegs. Zu seinen 28 Büros gehört auch eins in Bochum. „Wir haben schon in hunderten Fällen in Bochum und im Ruhrgebiet ermittelt“, sagt er. Am häufigsten kommen dabei Sachverhalte auf den Tisch, bei denen es in der ein oder anderen Form um Betrug geht.


Wenn der Privatdetektiv eingeschaltet wird: Meist geht’s um Betrug


„Zum Beispiel besteht ein Verdacht auf Untreue in der Ehe oder Arbeitgeber vermuten Arbeitszeitbetrug„, erklärt Kurtz. Die Auftraggeber seien deshalb in der Regel Unternehmen oder Privatleute. Auch ein Verdacht auf Sorgerechts- oder UnterhaltsbetrügereiSpesenabrechnungsbetrugUnterschlagung oder Diebstahl können Gründe sein, warum Kurtz und sein Team beauftragt werden.

Ebenso zählt das Suchen von Personen oder die Recherche von Adressen dazu, etwa, wenn ein Erbe ausfindig gemacht werden soll oder ein Schuldner untergetaucht ist. Aus Bochum ist dem Privatermittler ein Fall besonders in der Erinnerung geblieben, bei dem es um unterschlagene Sonnenschirme ging. „Einem großen Getränkehersteller fiel auf, dass Sonnenschirme mit seinem Logo online verkauft werden“, sagt Kurtz.


Ein Fall aus Bochum: Sonnenschirme unterschlagen


Er habe die Vermutung gehabt, dass diese Schirme aus einem Kontingent stammten, welches nur für Gastronomien vorgesehen sei. „Tatsächlich konnten unsere Ermittlungen, bei denen wir uns unter anderem als Käufer ausgaben, genau das bestätigen“, sagt Kurtz. Es habe sich um vier Mitarbeiter einer Vertriebsfirma, die die Getränke verkaufte, gehandelt.

Ein ähnlicher Fall habe sich abgespielt, als in einer Firma Klopapier im Wert von mehreren Zehntausend Euro unterschlagen wurde. „Die Täter wurden im Anschluss gekündigt“, erinnert sich Kurtz.


Detektiv Patrick Kurtz bei Fahrzeugobservation; Detektivagentur in Bochum, Detektivbüro in Bochum, Privatermittler in Bochum, Privatdetektei in Bochum
Recherchieren, observieren, dokumentieren: Manchmal sind die Ermittler rund um die Uhr im Einsatz.

Mitunter ändern die Ermittlungsergebnisse das Leben


Dass seine Ermittlungsergebnisse zu Schicksalsschlägen führen, passiert dem 34-Jährigen häufiger. „Wenn Untreue ans Licht kommt, endet die Beziehung in der Regel, und oft sind auch Kinder beteiligt. Manchmal hängen ganze Existenzen daran“, sagt er.

In anderen Fällen macht sich aber auch Erleichterung breit. Was dem erfahrenen Ermittler auffällt: „Im Ruhrgebiet kommt es meiner Erfahrung nach bei Fällen der Untreue überproportional häufig vor, dass jemand eine Prostituierte aufsucht“, sagt er.

Bei Verdacht auf Seitensprung fragen die Ermittler ab, wann es am wahrscheinlichsten ist, dass der Partner fremdgeht. Zu diesen Zeiten observieren sie das Zielobjekt dann. „In einem Fall aus dem Ruhrgebiet haben wir einen Mann tagelang beobachtet, wie er sich mit einer Frau traf – aber ohne Zärtlichkeiten auszutauschen“, erinnert sich Kurtz. Am Ende seien die beiden dann aber in ein Taxi gestiegen und in einen Swinger-Club gefahren.


Privatdetektiv wurde er durch einen Zufall


„Jeder Fall ist individuell“, sagt Kurtz. Genau das mache für ihn den Reiz aus. Reingerutscht in den Beruf ist er durch Zufall. „Ich wollte eigentlich nur die Wartezeit zwischen zwei Studiengängen überbrücken, als ich auf ein Praktikumsangebot einer Detektei gestoßen bin“, erinnert sich der gebürtige Nordhäuser (Thüringen), der unter anderem Europäische Literatur studiert hat.

Das gab ihm den Anstoß, an der Sicherheitsakademie Berlin eine Ausbildung zur „IHK Fachkraft Detektiv“ zu machen. Schließlich war Kurtz schon damals begeisterter Leser von Detektivgeschichten und Pfeifenraucher seit seinem 13. Lebensjahr.


Krimis vs. Realität: „Verkleiden gehört dazu“


Dass die Realität stellenweise anders aussieht als in Krimis, lernte Kurtz dann in mehreren Monaten Präsenzunterricht. „In der Ausbildung lernt man das methodische Vorgehen, aber klopft auch die rechtlichen Grundlagen ab, welche Aufträge man überhaupt annehmen darf“, sagt Kurtz.

Den „angeklebten Schnurrbart“ und die ins Gesicht gezogene Schirmmütze, die man unter Umständen aus Detektiv-Darstellungen kennt, gibt es aus Kurtz‘ Erfahrungen übrigens wirklich: „Verkleiden gehört dazu“, sagt er. Dafür sei es lohnenswert, sich Tricks aus der Theaterwelt anzueignen.

„Ich versuche, niemandem mit Verkleidung zu nahe zu kommen, sondern sie eher im Auto zu nutzen – damit ein Verfolgter beim Blick in den Rückspiegel keinen Verdacht schöpft, verändere ich da mein Aussehen“, sagt Kurtz. „In TV-Serien fahren die Detektive oft viel zu nah auf und sind in ihrem Verhalten zu auffällig“, ist er sich sicher.


>>> Was ein Detektiv kostet


Abgerechnet wird bei der Detektiv-Arbeit in der Regel nach Stunden- oder Tagessätzen. Bei einer einfachen Überprüfung auf Untreue in einer Beziehung liegt man bei günstigstenfalls um die 500 Euro, Adressrecherchen beginnen bei 240 Euro.

In Bochum befinden sich die Räumlichkeiten der Kurtz Detektei an der Kohlenstraße. Die Detektive sind weltweit einsetzbar, und die Beweise können gerichtlich verwertet werden. Anfragen sind möglich unter: 0234 3075 0073.


Hinweis


Der Originalartikel erschien 2024 in der WAZ. Die Hervorhebungen (Fettschrift) und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.


Kurtz Detektei Bochum

Kohlenstraße 55

44795 Bochum

Tel.: 0234 3075 0073

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-bochum.de

Web: https://www.kurtz-detektei-bochum.de

Google: https://g.page/kurtz-detektei-bochum

Originalbeitrag: https://kurtz-detektei-bochum.de/detektiv-blog-der-kurtz-detektei-bochum/WAZ-Artikel-Verkleiden-gehört-dazu-So-arbeitet-ein-Detektiv-in-Bochum/

„Wie ermitteln Sie als Privatdetektiv unauffällig, Herr Kurtz? – Die große Sonntags-Story“ | Lübecker Nachrichten


Die Fälle von Sherlock Holmes lassen so manches Herz schneller schlagen, Detektivserien sind im Fernsehen beliebt. Doch wie sieht die alltägliche Arbeit wirklich aus? Der Privatermittler und Inhaber der Kurtz Detektei Kiel und Schleswig-Holstein, Patrick Kurtz, erzählt ausführlich aus seinem Alltag.

Patrick Kurtz ist Privatdetektiv, Kriminalist, Schriftsteller und Inhaber der Kurtz Detektei Kiel und Schleswig-Holstein. Im Dienstleister-Ranking der Wirtschaftswoche wurde die Detektei Kurtz gar als drittbester Ermittlungsdienst in Deutschland ausgezeichnet. Neben seiner Detektei in Schleswig-Holstein führt Kurtz auch in den anderen 15 Bundesländern Detekteien. Der IHK-zertifizierte Detektiv ermittelt für Privatpersonen und Unternehmen in den verschiedensten Fällen: Von der Überwachung verdächtiger Mitarbeiter bis zur Überprüfung der Treue von Ehepartnern geht er der Wahrheit auf den Grund. Auch dann, wenn es unbequem wird.



Vom unauffälligen Observieren


Josephine Andreoli, Lübecker Nachrichten: „Beigefarbiger Trenchcoat mit aufgestelltem Kragen, die Mütze tief ins Gesicht gezogen, die Pfeife im Mundwinkel – sieht so der Arbeitsalltag für Detektive aus, Herr Kurtz?“

Patrick Kurtz: „Wer unauffällig observieren möchte, der trägt vermutlich eher keinen beigefarbenen Trenchcoat. Allerdings habe ich einen karierten Trenchcoat, der vermutlich auch nicht ganz unauffällig ist, dafür aber ziemlich detektivisch aussieht. Hinter der Zeitung verstecken wir uns bei Observationen auch nicht mehr. Das war früher vielleicht mal notwendig – um Kameras zu verstecken.“

Josephine Andreoli: „Wie observiert man denn betont unauffällig?“

Patrick Kurtz: „Betont unauffällig ist meistens ziemlich auffällig. Man ist unauffällig, indem man sich so gibt, wie die anderen in seiner Umgebung, indem man sich in sein Umfeld einfügt. Wenn man jemanden in einem Restaurant observiert, ist es deutlich unauffälliger, wenn noch ein Partner mit dabei ist, weil es eher ungewöhnlich ist, dass jemand allein essen geht. Und natürlich sollte ich auch meine technischen Hilfsmittel so auswählen, dass sie unauffällig sind, was heute recht einfach ist. Jeder hat ein Smartphone und kann damit unauffällig Fotos machen. Ich habe sogar Uhren, die haben ein knopflochgroßes Objektiv, da drücke ich drauf und kann Videoaufnahmen und Bilder machen. Die Kameras sind mittlerweile so klein, die kann man überall verstecken.“


Oft geht es um Untreue in der Partnerschaft


Josephine Andreoli: „Und kommen die Leute tatsächlich zu Ihnen, um herauszufinden, ob die Ehefrau oder der Ehemann fremdgeht?“

Patrick Kurtz: „Ja, bei Privatpersonen geht es ganz klischeehaft tatsächlich häufig um Untreue in der Partnerschaft. Wir sprechen dabei von Untreueermittlung. Das ist der Sachverhalt, den wir bei uns in der Detektei am häufigsten haben.“

Josephine Andreoli: „Warum spionieren die Leute ihrem Partner nicht selbst hinterher?“

Patrick Kurtz: „Den eigenen Partner zu observieren, halte ich für ziemlich unklug, wenn man unauffällig sein möchte. Zum einen kennt der natürlich das eigene Gesicht, zum anderen ist der Otto Normalbürger nicht in Observationstaktiken geschult. Es ist schon häufiger vorgekommen, dass Auftraggeber uns gesagt haben, dass sie dem Partner bereits hinterherspioniert haben, aber aufgeflogen sind. Das erschwert uns dann die Arbeit. Die Zielperson ist ja dann schon sensibilisiert, guckt sich vielleicht häufiger mal um und scannt die Umgebung.“

Josephine Andreoli: „Aber wer rechnet schon damit, von einem Detektiv observiert zu werden?“

Patrick Kurtz: „Da gibt es durchaus Leute. Es gibt ja genügend Menschen, die Dreck am Stecken haben und sich dessen bewusst sind. Und die passen auch auf. Besonders sensibilisiert sind zum Beispiel Menschen, die Krankschreibungsbetrug begehen. Die wissen ja ganz genau, dass sie gegen ihren Arbeitsvertrag verstoßen und der Arbeitgeber berechtigt wäre, ihnen eine fristlose Kündigung auszusprechen.“


Die meisten Aufträge kommen von Privatpersonen


Josephine Andreoli: „Es kommt also häufiger vor, dass auch Unternehmen Sie beauftragen. Wie ist die Gewichtung von Aufträgen durch Privatpersonen und Unternehmen in Ihrer Detektei?“

Patrick Kurtz: „Wir bekommen definitiv mehr Aufträge von Privatpersonen. Ich schätze, das ist ein Verhältnis von 65 zu 35 Prozent. Aber die Umsätze werden natürlich stärker von den Unternehmen geprägt.“

Josephine Andreoli: „Wird man als Detektiv reich?“

Patrick Kurtz: „Wie in den meisten Branchen sind beide Extreme gegeben, wobei das Gros der Ermittler heutzutage eher schlecht verdient, weil die Auftragslage rückgängig ist. Vor 20 bis 30 Jahren war es deutlich wahrscheinlicher, als Detektiv zu Vermögen zu kommen.“


95 Prozent der Arbeit ist Observation


Josephine Andreoli: „Was macht den Hauptteil Ihrer Arbeit aus?“

Patrick Kurtz: „Wenn man im Feld aktiv ist, macht die Observation schon 95 Prozent der Zeit aus. Die Observationen selbst laufen aber ganz unterschiedlich ab. Manche geschehen fußläufig, die meisten werden allerdings im Fahrzeug durchgeführt. Man muss da jede Menge Sitzfleisch mitbringen – das ist sehr sehr viel Warterei. Teilweise sitzt man 16, 17 Stunden am Stück im Auto und es passiert nichts. Man muss dabei aber natürlich trotzdem konzentriert bleiben und einen bestimmten Punkt, zum Beispiel eine Tür, fokussieren.“

Josephine Andreoli: „Und was ist, wenn man mal auf die Toilette muss?“

Patrick Kurtz: „Zu zweit ist das meist nicht so problematisch, da kann einer mal kurz weg. Aber wenn man allein ist – ich würde nicht empfehlen, aus einer Punica-Flasche zu trinken, das ist so das Standardmittel bei uns.“


Heavy Metal gegen Müdigkeit


Josephine Andreoli: „Was machen Sie, wenn Sie mal müde werden?“

Patrick Kurtz: „Ich höre Heavy Metall! Ich gehe dann meistens die Doppelfußmaschine vom Schlagzeuger mit, da werde ich automatisch wieder wach. Oftmals höre ich auch Hörbücher, früher viel Sherlock Holmes, aber das kann ich mittlerweile in- und auswendig.“

Josephine Andreoli: „Ist Ihre Arbeit so spannend, wie durch Sherlock Holmes und Thomas Magnum vermittelt?“

Patrick Kurtz: „So spannend wie in Filmen und Romanen vermittelt, ist die Arbeit meistens nicht. Vor allem reihen sich nicht zahlreiche spektakuläre Fälle aneinander, sondern es kommt vielfach vor, dass sich Fälle wiederholen. Spannend ist die Arbeit aber natürlich trotzdem.“


Die rechtliche Grundlage ist das A & O


Josephine Andreoli: „Welche Eigenschaften sollte ein Detektiv unbedingt mitbringen?“

Patrick Kurtz: „Fachkompetenz. Die rechtlichen Grundlagen sind das A und O, die muss man draufhaben, sonst bringt man sich und seine Auftraggeber in Teufels Küche. Hinzu kommen Hartnäckigkeit, Sitzfleisch, Konzentrationsfähigkeit und körperliche Fitness. Man muss auch mal Hindernisse überwinden oder einen größer werdenden Abstand zwischen sich und der Zielperson wieder aufholen. Für einen übergewichtigen Ermittler wird das schnell mal schwierig. Außerdem halte ich Kreativität für eine Kernkompetenz bei Ermittlern – man muss den Blickwinkel ändern, anders denken können, um auch schwierige Fälle zu lösen.“

Josephine Andreoli: „Wie wird man denn Detektiv? Gibt es eine Art Detektivschule?“

Patrick Kurtz: „Im Normalfall hat man eine Vorkarriere in einer Ermittlungsbehörde hinter sich. Das kann von der Kriminalpolizei über den BND, den Zoll oder auch die Stasi alles sein. Aber grundsätzlich kann in Deutschland jeder Detektiv werden – das ist auch das Problematische daran: Es gibt hier keine Zulassungsvoraussetzung. Die einzige Voraussetzung ist, dass man keinen Eintrag in seinem Führungszeugnis hat. Das ist in Hinblick auf den Datenschutz und das Persönlichkeitsrecht ein gravierender politischer Missstand.“


Schon mit 13 Sherlock Holmes gelesen


Josephine Andreoli: „Sie haben also vor Gründung Ihrer Detektei auch in einer Ermittlungsbehörde gearbeitet?“

Patrick Kurtz: „Nein, ich bin tatsächlich eher durch Zufall dazu gekommen – obwohl ich schon mit 13 Jahren leidenschaftlich gern Sherlock-Holmes-Geschichten konsumiert und auch angefangen habe, Pfeife zu rauchen. Zwischen meinem Bachelor- und Masterstudium der Europäischen Literatur hatte ich ein Jahr Zeit und wollte mich gern weiter fortbilden. Letztlich habe ich eine sechsmonatige Ausbildung an der Sicherheitsakademie Berlin gemacht und dafür dann das IHK-Zertifikat als Fachkraft Detektiv erhalten.“

Josephine Andreoli: „Wie wichtig ist Kunden so ein Zertifikat?“

Patrick Kurtz: „Klienten fragen ab und an nach dem IHK-Zertifikat und manche teilen mir sogar mit, sich aufgrund meiner IHK-Zertifizierung für die Detektei Kurtz entschieden zu haben. Aber es muss auch nicht unbedingt dieser spezielle Ausbildungsweg sein. Entscheidend ist, dass ein Ermittler eine Grundausbildung absolviert hat, die ihn für den Detektivberuf qualifiziert.

Mittlerweile führe ich diesen Beruf seit 2013 aus und es gibt immer wieder Fälle, da passiert was, von dem ich noch nie gehört habe. Und das macht diesen Job so unglaublich spannend. Es ist schon witzig, aber jetzt hat es sich eben ergeben, dass ich ein Pfeife rauchender Detektiv bin – vermutlich der einzige in ganz Deutschland.“

Josephine Andreoli: „Vielen Dank für das Gespräch, Herr Kurtz!“


Hinweise


Der Originalartikel von Josephine Andreoli erschien in den Lübecker Nachrichten. Die Hervorhebungen (Fettschrift) und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.

Zeitgleich veröffentlichten die Lübecker Nachrichten in Zusammenarbeit mit Raoul Oliver Classen, Präsident des Bundesverbandes deutscher Detektive (BDD), einen weiteren Artikel über das Detektivgewerbe, ebenfalls verfasst von Josephine Andreoli: https://www.ln-online.de/Nachrichten/Norddeutschland/Der-moderne-Sherlock-Holmes-Was-macht-einen-guten-Detektiv-aus.


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https://www.kurtz-detektei-kiel.de/2020/02/18/wie-ermitteln-sie-als-privatdetektiv-unauffällig-herr-kurtz-die-große-sonntags-story-lübecker-nachrichten/

„So arbeitet ein Privatdetektiv“ – Patrick Kurtz im Interview mit der Rheinischen Post Duisburg


Tim Harpers von der Rheinischen Post Duisburg interviewt Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Duisburg, über den Beruf des privaten Ermittlers in Deutschland.


Detektei in Duisburg


„Duisburg. Patrick Kurtz betreibt eine Detektei mit 30 Betriebsstätten in Deutschland. Er und seine Kollegen ermitteln unter anderem in DuisburgDüsseldorf und am Niederrhein. Ein Gespräch über die Herausforderungen seines Jobs, Betrug, Observationen und das Retten von Leben.“


Der Weg zur heutigen Detektei Kurtz


„Patrick Kurtz könnte alles machen. Er ist ein durch und durch unauffälliger Typ – muskulös und gepflegt, schwarzer Pullover, graue Stoffhose, silberne Armbanduhr. Er ist ruhig, spricht überlegt, hat keine sonderlich auffälligen Tics, wirkt charmant, intelligent und lächelt viel. Er könnte sich unter Juristen, Betriebswirtschaftlern, Barkeepern oder Versicherungsvertretern bewegen – auffallen würde er wohl nirgendwo. Für einen wie Kurtz ist das wichtig. Der 30-Jährige ist Privatdetektiv und Unauffälligkeit eine der wichtigsten Voraussetzungen seines Jobs.

Die Detektei Kurtz mit Sitz in Leipzig hat über 30 Betriebsstätten in Deutschland. Neben der Zentrale für Westdeutschland in Wuppertal sind das unter anderem Standorte in Düsseldorf und Duisburg. Von Wuppertal aus deckt die Detektei allerdings den gesamten Westen ab, schickt Detektive bei Bedarf an den Niederrhein, ins Ruhrgebiet und ins Sauerland. Die meisten Ermittler arbeiten auf freiberuflicher Basis. Bis zum vergangenen Jahr gingen alle der rund 600 Fälle im Jahr über den Schreibtisch des Chefs. ‚Das ist mir aber zu viel geworden‘, sagt Kurtz. ‚Das ging mir an die Substanz. Ich musste lernen, Arbeit abzugeben.‘

Kurtz selbst wuchs in Thüringen auf. ‚Ich habe damals alles an Literatur verschlungen, was mit Detektivarbeit zu tun hat‘, erinnert er sich. Später studierte er Provinzialrömische Archäologie, Psychologie, Komparatistik und Germanistik an den Universitäten Oxford, Leipzig, Marburg und Hagen. ‚Zwischen Bachelor und Master hatte ich ein Jahr Zeit‘, sagt Kurtz. ‚Da bin ich auf ein Praktikumsangebot als Privatdetektiv gestoßen. Ich habe mich beworben, dann aber nie wieder etwas davon gehört.‘ Sein Interesse sei aber geweckt gewesen. ‚Es war dann so ein Mix aus natürlicher Veranlagung und Interesse an der Materie, die mich haben schauen lassen, was es braucht, um tatsächlich erfolgreich in diesem Beruf arbeiten zu können.‘ So sei er schließlich auf den IHK-Lehrgang zur ‚Fachkraft Detektiv‚ an der Berliner Sicherheitsakademie gestoßen. Dort seien zwei wesentliche Blöcke unterrichtet worden: Ermittlungstechnik und rechtliche Grundlagen auf der einen und Sicherheit auf der anderen Seite. ‚Das Thema Sicherheit war für mich weniger relevant‘, sagt Kurtz. ‚Da ging es zum Beispiel um Gebäude- und Warenschutz. Dinge, die man zum Beispiel als Kaufhausdetektiv wissen sollte. Als solcher wollte ich aber nicht arbeiten.'“


Aufgabenfelder der Kurtz Detektive Duisburg


„Testdiebstähle und Kaufhausüberwachung bieten Kurtz und seine Kollegen deshalb nicht an. ‚Das ist ein ganz anderer Schwerpunkt‘, sagt der Ermittler. ‚Wir sind auf personenbezogene bzw. auf Wirtschaftsermittlungen spezialisiert.‘

Das Gros der privaten Detektivarbeit machen Observations- beziehungsweise Rechercheaufträge zum Thema Betrug aus – unabhängig davon, ob es um persönliche oder berufliche Beziehungen geht. Bei persönlichen Aufträgen geht es meist um das Thema Untreue, bei den Wirtschaftsaufträgen zum Beispiel um Krankschreibungsbetrug. Ebenfalls zum Repertoire der Detektei gehören Spezialgebiete wie IT-Forensik oder die Aufenthaltsbestimmung von Personen. Dabei setzt Kurtz unter anderem auch auf Mantrailing – den Einsatz von ausgebildeten Personenspürhunden.“



Rechte von Detektiven in Deutschland


„Willkürlich in fremde Wohnzimmer fotografieren – wie Detektivsendungen im Privatfernsehen es suggerieren – dürfen die Detektive bei ihrer Arbeit nicht. ‚Wir verfügen nur über die sogenannten Jedermannsrechte, brauchen also immer ein begründetes Interesse, wenn wir tätig werden sollen‘, erläutert Kurtz. Privatwohnungen seien rechtlich gesehen besondere Schutzzonen. ‚Wenn wir Observationen durchführen, dann geschieht das im öffentlichen Raum.‘ Aber die Beobachtungen, die sich dort machen ließen, reichten meistens aus. ‚Das kommunizieren wir auch unseren Kunden gegenüber so. Wir dürften zwar nicht ins Wohnzimmer fotografieren, aber oft hilft es schon weiter, wenn auf den Bildern zu sehen ist, dass zum Beispiel der unter Betrugsverdacht stehende Ehemann eine bestimmte Adresse aufsucht.'“


Mantrailing-Fall mit Suizidversuch


„Der Detektivberuf ist für Kurtz allerdings viel mehr die Verfolgung von Betrügern. Das ist für ihn bloß das ‚Brot- und Buttergeschäft‘, wie er es nennt.

An einen Fall am Niederrhein erinnert sich Patrick Kurtz besonders gut. Ein besorgtes Elternpaar hatte sich an die Detektei Kurtz gewandt. Der 18-jährige Sohn war verschwunden und hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen, aus dem hervorging, dass er sich etwas antun wollte. Die einzige Information, die die Eltern hatten, war, dass ihr Sohn an einem bestimmten Geldautomaten in der Nähe Geld abgehoben hatte. ‚In diesem Fall war Mantrailing sinnvoll‘, erinnert sich Kurtz. ‚Wir haben die Eltern gebeten, uns zum Treffpunkt am Automaten etwas mitzubringen, was stark nach ihrem verschwundenen Sohn riecht. Und tatsächlich konnten die Hunde dann eine Spur aufnehmen.‘ Die habe sie schließlich an ein Hotel geführt. ‚Drinnen haben wir die Mitarbeiter überzeugen müssen, dass es bei der Suche um Leben und Tod gehen könnte. Als die Hunde an einem Hotelzimmer anschlugen, öffneten die Mitarbeiter. Und auf dem Bett lag der ohnmächtige Sohn mit bereits aufgeschnittenen Pulsadern.‘ Sie seien gerade noch rechtzeitig gekommen. ‚Der junge Mann konnte im Krankenhaus gerettet werden.'“


Anhaltende Schieflage der Detektivbranche


„Fälle wie dieser motivieren den 30-Jährigen. Motivation ist wichtig, denn ein Nachlassen kann er sich nicht erlauben. Die Branche macht derzeit schwere Zeiten durch. ‚Der Markt wird immer kleiner‘, sagt Kurtz. ‚Soziale Medien und das Internet helfen uns auf der einen Seite zwar ungemein, kosten uns aber auf der anderen Seite auch Aufträge.‘ Im Internet seien heute jede Menge Informationen verfügbar, für die man früher einen Detektiv beauftragt hätte. Es sei ein schwieriges Umfeld.

Kurtz freut sich deshalb umso mehr über jeden neuen seriösen Kollegen. Gute Ermittler bräuchten Neugier, jede Menge Ausdauer und ein gewisses Improvisationstalent. ‚Ausdauer ist immens wichtig. So eine Observation kann auch mal zwölf, 13, 14 Stunden dauern. Wenn man in einem Fall nicht weiterkommt, muss man außerdem in der Lage sein, sich hinzusetzen, querzudenken und eine Lösung zu finden‘, sagt der Detektiv. ‚Ich würde das Köpfchen nennen.‘ Es sind hohe Anforderungen für einen Beruf ohne geschützte Berufsbezeichnung. ‚Das macht es schwer, motivierten und fähigen Nachwuchs zu finden. Wir sind ständig auf der Suche.‘

Im Idealfall wären die neuen Kollegen genauso unauffällig wie ihr Chef. Juristen, Betriebswirtschaftler, Barkeeper oder Versicherungsvertreter mit Köpfchen, Talent und Interesse am Quereinstieg? Kurtz wären alle willkommen.“


Hinweise


Der Originalartikel erschien in der Rheinischen Post. Die Hervorhebungen (Fettschrift) und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.


Kurtz Detektei Duisburg

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Was macht eigentlich ein Privatdetektiv?


Patrick Kurtz von der Kurtz Detektei Zürich im Interview mit XING Schweiz


Patrick Kurtz, Privatdetektiv und Inhaber der Kurtz Detektei Zürich und Schweiz

Bestimmt haben auch Sie im Fernsehen schon spannende Krimis gesehen, in welchen der Privatdetektiv kurz vor Schluss des Films ein Rätsel löst und somit das Opfer vor dem Tode bewahrt. Wie wahrheitsgetreu die Arbeit eines Detektivs in diesen Filmen dargestellt wird, können Sie heute selbst herausfinden. Wir, das Redaktionsteam von XING Schweiz, haben diese Woche nämlich Patrick Kurtz interviewt. Er arbeitet als Privatdetektiv und ist Inhaber der Kurtz Detektei in Zürich. Spielen Sie heute selbst Detektiv und finden Sie im Interview mehr über den beruflichen Alltag eines Detektivs heraus:


Was für Fälle übernehmen Sie?


Wir übernehmen Aufträge von Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen sowie von staatlichen Institutionen. Die typischsten Fälle bewegen sich im Bereich des Betrugs – sei es Fremdgehen im Privaten, Krankschreibungsbetrug im Unternehmen oder Sozialbetrug gegen die Allgemeinheit. Auch Eigentumsdelikte wie Unterschlagung, Veruntreuung oder Diebstahl zählen zu unseren Spezialgebieten.


Patrick Kurtz bei einer Ermittlung

Welche Ausbildung haben Sie absolviert, um als Privatdetektiv tätig sein zu können?


Ich habe eine sechsmonatige Vollzeitausbildung als „IHK-Fachkraft Detektiv“ an der Sicherheitsakademie Berlin absolviert. Leider gibt es weder in der Schweiz noch in Deutschland flächendeckende Zugangsvoraussetzungen, um diesen Beruf ausüben zu dürfen. Aus diesem Grund schaden oftmals Personen ohne jegliche Vorkenntnisse dem Ruf der Branche.

Die meisten langjährig aktiven Detektive in der Schweiz haben eine Vorkarriere bei einer Ermittlungsbehörde hinter sich, wo sie die wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf erlernen konnten. Dies erachte ich als sinnvollen Werdegang, um unter optimalen Bedingungen als Detektiv durchstarten zu können.


Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Ihnen aus?


Sie werden überrascht sein: sehr „sitzlastig“. Da ich mittlerweile überwiegend mit der Administration der Detektei Kurtz beschäftigt bin, ist mein Arbeitsmittelpunkt der Schreibtisch. Von hier aus werden Klienten und Interessenten beraten, Ermittlungsberichte gegengelesen, Einsätze koordiniert, Rechnungen ausgestellt usw. Aber auch bei der Arbeit im Feld kommt es häufig auf gutes Sitzfleisch an, da der gewöhnliche Alltag eines Detektivs aus Observationen besteht, die in vielen Fällen eine lange Wartezeit erfordern. Geduld und Ausdauer, gerade mentaler Natur, sind Tag für Tag gefragt.


Patrick Kurtz bei einer Observierung

Können Sie mir von einem Ihrer Fälle erzählen?


Vor einigen Jahren konnten wir zu einer Familienzusammenkunft beitragen. Mein Klient war dabei auf der Suche nach seiner Tochter (21). Er hatte sie seit der Trennung von seiner damaligen Frau nicht mehr gesehen. Er werde langsam alt, erzählte er uns, und da erinnere man sich an Fehler, die man dann bereue. Er wolle nun endlich seine Tochter kennenlernen, bevor es womöglich zu spät für ihn sei, und dafür brauche er unsere Hilfe.

Als ersten Schritt führten wir eine Online-Recherche durch, die zwar eine Fülle von Treffern ergab, aber es ohne weitere Ausschlusskriterien fast unmöglich machte, den richtigen Kontakt ausfindig zu machen. Von den früheren Unterhaltszahlungen war meinem Klienten ein Bankkonto seiner Ex-Frau bekannt, das wir noch am gleichen Abend prüften. Allerdings lagen seit über drei Jahren keine Kontobewegungen mehr vor, weswegen wir auf diesem Wege keine aktuelle Adresse recherchieren konnten.

Nach diversen unterschiedlichen Ermittlungsmassnahmen gingen wir auf die aktuellen Mieter der letzten bekannten Anschrift zu – es handelte sich hierbei um ein Ladengeschäft. Der Ladenbesitzer konnte sich zwar an eine Frau erinnern, die der Personenbeschreibung entsprach und ein Mädchen in diesem Alter hatte. Weitere Informationen konnte er uns aber leider nicht geben. Auch die Befragung des Vermieters der Immobilie brachte uns nicht viel weiter.

In der Zwischenzeit lag das Ergebnis einer Datenbankanfrage vor, die wir in Auftrag gegeben hatten. Sie brachte eine ganze Reihe weiterer Adressen zu Tage. Einer unserer Privatdetektive begab sich an die aktuellste dieser Adressen, um die Anschrift vor Ort zu prüfen: Nirgendwo an den Klingelschildern befand sich ein Hinweis auf die Namen der Mutter oder der Tochter. Erst der Vermieter des Gebäudes an dieser Adresse kannte die gesuchten Personen. Er berichtete, dass er für diese bereits alle Mietverträge fertig gestellt hatte, doch kurz vor dem Einzug hätten die Gesuchten einen Rückzieher gemacht und die Wohnung wieder gekündigt. Warum sie das taten und wohin es sie verschlagen hatte, wusste der Vermieter allerdings nicht.

Da im Zuge der bisherigen Ermittlungen eine ganze Liste zuvor unbekannter Wohnadressen entstanden ist, wiederholten wir die anfängliche Online-Recherche unter Berücksichtigung der neuen Suchparameter. Wir landeten einen Treffer: Eine Traueranzeige aus dem Jahr 2012, die von einer Person mit dem Namen der gesuchten Tochter erstellt worden war. Der Verstorbene trug den Namen des Grossvaters der Tochter bzw. des ehemaligen Schwiegervaters des Auftraggebers. Durch die neu erlangten Informationen wussten wir nun, dass die Tochter des Klienten mindestens in einem bestimmten Zeitraum an der Adresse XY gelebt haben musste. Diesem Hinweis folgend, fanden wir ein sehr aufschlussreiches Profil der gesuchten Tochter in den sozialen Medien – und wir konnten unseren Klienten gar informieren, dass er in der Zwischenzeit Grossvater geworden war.

Über Umwege sind wir schliesslich auf die Telefonnummer der Tochter gestossen und konnten – nach Rücksprache mit ihr – diese wichtige Information ihrem Vater überbringen. Wie er uns wenige Tage später berichtete, hatte er sogleich Kontakt mit seiner Tochter aufgenommen und einen Termin für ein Treffen ausgemacht.

Wie die Geschichte weiterging, wissen wir nicht. Doch so hatten die beiden zumindest die Möglichkeit, sich wieder zu sehen.


Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile in Ihrem Beruf?


Der Beruf ist extrem abwechslungsreich, vielseitig und unabhängig ausführbar. Ich kann durch diesen Job an menschlichen Schicksalen teilhaben und diese im Optimalfall positiv beeinflussen. Durch die Vielfalt der Auftraggeber – zu denen nicht nur unterschiedlichste soziale Schichten aus unterschiedlichen Regionen zählen, sondern zuweilen auch wichtige Entscheidungsträger aus der Politik oder Grosskonzernen – erfahre ich unheimlich Vieles, was der Öffentlichkeit vorenthalten bleibt. Das ist unglaublich spannend und macht die Arbeit als Privatdetektiv zu etwas ganz Besonderem.

Was aber als Besonderheit des Berufs genannt werden kann, zählt für mich auch zu den Nachteilen. Als Privatdetektiv tun sich einem viel Leid und menschliche Abgründe auf, die nicht immer schön anzusehen sind. Auch wenn man viel Wert auf einen sicheren Arbeitsplatz mit genau kalkulierbarem Monatseinkommen legt, sollte man sich besser nach einer anderen Tätigkeit umschauen. Denn durch die neuen digitalen Möglichkeiten sind viele Aufgaben, die zu den traditionellen Aufträgen der Privatdetektive gezählt haben, verloren gegangen, und somit ist die Zukunftsperspektive dieses Berufes meiner Einschätzung nach leider sehr unsicher.


Hinweise


Der Originalartikel erschien auf XING. Die Kurtz Detektei Zürich dankt XING Schweiz für das Interesse und den gelungenen Beitrag!

Die Hervorhebungen (Fettschrift) und Verlinkungen auf dieser Seite können vom Original abweichen.


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Detektiv Patrick Kurtz im Interview mit der Rheinischen Post: „Sherlock Holmes von der Erkrather Straße“


Anfang Dezember 2017 erschien in der Rheinischen Post ein Artikel von Peter Witt über die Arbeit der Detektei Kurtz und die Person unseres Chef-Detektivs Patrick Kurtz. Nachfolgend finden Sie eine Abschrift dieses Artikels mit zusätzlichen themenrelevanten Verlinkungen und Zwischenüberschriften:


„Sherlock Holmes von der Erkrather Straße“


Als Kind verschlang Patrick Kurtz die Bücher über den britischen Detektiv. Heute arbeitet er mit Leidenschaft in seinem Beruf – muss aber auch viel Geduld und Konzentrationsfähigkeit aufbringen. Von Peter Michael Witt


Von der Literatur zur Wirklichkeit


Nicht wenige Jugendliche geraten auf den Spuren des mysteriösen Hunds von Baskerville ins Fantasieren und träumen von einem großartigen, romantischen Berufsziel: Detektiv sein wie der Mann mit der karierten Mütze, der Pfeife, der goldenen Lupe – kurz, ein spannendes Leben wie Sherlock Holmes führen. Auch ein kleiner Junge namens Patrick Kurtz im thüringischen Schleiz verschlang die Krimis von Arthur Conan Doyle. Der Unterschied zu anderen Jungs: Wenn diese größer werden, dann wählen sie lieber doch einen bürgerlichen Beruf. Kurtz hingegen erfüllte sich den Jugendtraum und wurde Privatdetektiv. Der passionierte Pfeifenraucher baute innerhalb kurzer Zeit ein großes Detektei-Netzwerk auf, mit sieben Festangestellten und knapp 50 freien Mitarbeitern, insgesamt 28 Betriebsstätten – eine davon in Düsseldorf, die Detektei Kurtz in Flingern.

Kurtz hat daher einen ganz guten Überblick über die Arbeit als Detektiv in Deutschland. Gewisse Unterschiede zwischen den Städten gibt es sicherlich, aber nichts Überraschendes. „Klar, in Berlin ermittelt man meistens zwischen riesigen Wohnbunkern, in Düsseldorf häufiger in Villenvierteln“, sagt Kurtz. „In Städten wie Frankfurt und Hamburgführt die Arbeit gelegentlich ins Rotlicht- und Drogenmilieu, da kreuzen dann auch mal schwere Jungs wie die Hells Angels den Weg.“ Im Vergleich dazu sei Düsseldorf ziemlich unauffällig. Kurtz: „Meistens geht es hier um mutmaßliche Untreuestrittige Unterhaltssachen, ums Sorgerecht.“


Silhouette of detective investigate is following footprints


(Ausbildungs-)Anforderungen an Detektive in Deutschland


Prinzipiell darf jeder Detektiv sein, die Bezeichnung ist nicht geschützt. Aber aus Kurtz‘ Sicht ist eine solide Ausbildung als Grundlage guter Detektivarbeit unabdingbar, seine Ausbildung erhielt er bei der Sicherheitsakademie in Berlin. Juristische Kenntnisse seien wichtig, schließlich müsse man gerichtsverwertbare Beweise beschaffen. Natürlich ist nicht jeder zum Marlowe oder Holmes geboren. Man sollte körperlich fit sein, Verfolgungsjagden sind doch recht fordernd, ein „Toughguy“ zu sein ist von Vorteil und Intelligenz kann auch nicht schaden. Immerhin geht es nicht selten um ziemlich unklare Tatsachenkomplexe, die eine gute Kombinationsgabe erforderlich machen.

Der Detektivarbeit sind in der realen Welt im Gegensatz zur fiktiven Krimiwirklichkeit aber enge Grenzen gesetzt. So darf ein Privatdetektiv nicht in die Privatsphäre der observierten Person eindringen. Verboten ist es, in Wohnungen hinein zu fotografieren oder sich gar Zutritt zu verschaffen, auch der Einsatz von Richtmikrofonen ist tabu. Vor allem muss der Detektiv recherchieren und observieren, Vermisste aufspüren oder Menschen beobachten, die Unrechtes getan haben könnten. Dabei ist Kurtz auch schon aufgeflogen. „Nicht oft, aber auf dem Land kann sowas passieren, vor allem durch Nachbarn. Und dann kann es auch mal ungemütlich werden.“ Das hört sich nicht schön, aber aufregend an. Kann aber auch nervtötend langweilig und frustrierend sein. Zehn Stunden lang unentwegt eine Tür anzustarren, die sich nicht öffnet, da müsse man überdurchschnittlich viel Geduld und Konzentrationsfähigkeit aufbringen. Spannend wird’s, wenn es zu Verfolgungsjagden kommt. Und zu den besonderen Glücksgefühlen eines Detektivs gehört ein Erlebnis, das Kurtz den „Dominoeffekt“ nennt. Der tritt wohl recht häufig bei Recherchen auf: Hat man erst das entscheidende Puzzleteilchen gefunden, dann lösen sich viele weitere Fragen oft von alleine.

Mitgefühl für eine observierte Person versucht, Kurtz auszublenden. Allerdings erinnert er sich an einen Fall, bei dem er von einem eifersüchtigen Mann beauftragt wurde, dessen Freundin zu beobachten. „Ich habe den Auftrag nach einem Monat von selbst beendet“, sagt Kurtz. „Sie ging wirklich jeden Tag nach der Arbeit direkt nach Hause. Sie tat mir leid, sie steckte offensichtlich in einer Beziehung fest, in der extrem wenig Vertrauen herrschte. Ihr Freund konnte noch nicht einmal nach 20 Tagen strenger Observation, in denen rein gar nichts rauskam, Vertrauen fassen.“


Detektivarbeit damals und heute


Zurück zu Holmes: Vieles hat sich verändert in den letzten Jahren, vor allem die Technik. Arthur Conan Doyle zeigte in seinen Romanen einige Ermittlungsmethoden, die erst Jahrzehnte später von der Polizei aufgegriffen wurden – das Fingerabdruckverfahren zum Beispiel. Und auch heute sei die Tarnung genauso wichtig für den Detektiv wie früher. Kurtz schmunzelt: „Wir machen das nicht so aufwendig maskenbildnerisch wie Holmes, aber mit wenigen Mitteln das Äußere ändern, das tun wir schon.“ Und die Digitalisierung hat neue Hilfsmittel wie Smartphones gebracht. „Zugegeben“, sagt Kurtz, „das Detektivleben ist ungleich weniger spektakulär als in den Romanen. In denen ist es immer spannend, Morde im Minutentakt, von einem großen Fall zum nächsten. Und sicherlich, es gibt auch bei mir kuriose und aufsehenerregende Fälle, doch die sind leider nicht der Alltag.“ Trotzdem – einen anderen Beruf kann sich Patrick Kurtz nicht wirklich vorstellen.


Quelle: Rheinische Post

 

Verfasser: Peter Witt

 

Kurtz Detektei Düsseldorf

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https://www.kurtz-detektei-duesseldorf.de/2017/12/04/detektiv-patrick-kurtz-im-interview-mit-der-rheinischen-post-sherlock-holmes-von-der-erkrather-straße/

„Patrick Kurtz: Der Sherlock Holmes von Bonn“ – Interview mit dem Bonner Generalanzeiger


Bereits im letzten Jahr veröffentlichte der Bonner Generalanzeiger einen Artikel von Nadine Klees über die Detektei Kurtz. Eine Abschrift dieses Artikels reichen wir hiermit verspätet nach:

„BONN. Patrick Kurtz betreibt eine Wirtschaftsdetektei mit insgesamt 27 Betriebsstätten in Deutschland. Und die Fallzahlen im Bereich Wirtschaftskriminalität in NRW zeigen: Die Geschäftsidee hat Zukunft.


In einem Detektivbüro in Bad Godesberg


Zwischen der deutschen und der dänischen Grenze jagt Patrick Kurtz einen Betrüger. Bei einem Unternehmer in Nordrhein-Westfalen soll er Waren im Wert von 400.000 Euro gekauft, aber nie bezahlt haben. Sein Auftrag: Den Hamburger Geschäftsmann finden und herausfinden, was mit der Ware passiert ist. Patrick Kurtz betreibt eine Wirtschaftsdetektei mit 27 Betriebsstätten in Deutschland.

Sein Bonner Büro liegt im Dachgeschoss eines Wohnhauses in Bad Godesberg. Der Weg dorthin schafft Hinterzimmeratmosphäre: Hinter einer Brandschutztür öffnet sich ein dunkler enger Flur. Es gibt keine Fenster. Pfeifenrauch liegt in der Luft. Doch hinter der letzten Tür wird es wieder seriös: In einem lichtdurchfluteten Raum sitzt Kurtz an seinem aufgeräumten Schreibtisch. Er entschuldigt sich für den Geruch: „Ich habe mit 14 Jahren angefangen, Pfeife zu rauchen.“ Damals habe er auch Detektivbücher gelesen. Doch, dass er später tatsächlich dieser Tätigkeit nachgehe, habe er nicht gedacht.

Ein Großteil seiner Kunden sind Unternehmen, auch ein DAX-Konzern ist dabei. Sie wollen, dass er aufklärt, ob die Mitarbeiter unerlaubten Nebentätigkeiten nachgehen, tatsächlich krank sind oder das Unternehmen gar bestehlen. Aber auch bei Unterschlagung von Waren und Wettbewerbsverstößen wird Kurtz aktiv.


Detective
Als Detektei-Inhaber Patrick Kurtz mit 14 Jahren das Pfeiferauchen begann, ahnte er noch nicht, dass er auch einmal auf Spurensuche gehen würde. 

Wirtschaftskriminalität steigt


„Derzeit habe ich fünf feste Mitarbeiter“, erklärt er. Darüber hinaus kooperiert er mit 40 bis 50 selbstständigen Ermittlern. Darunter ehemalige Stasi- und BND-Mitarbeiter, aber auch ehemalige Polizisten und Abhörtechniker. „Es gibt etwa zehn Experten für Abhörschutz in Deutschland, mit sechs arbeite ich zusammen. Zwei von ihnen waren bei der Stasi.“ Seit 2013 hat er seine eigene Detektei. Für seine Dienstleistung verlangt er 59 Euro pro Stunde. Die Zahl seiner Aufträge steigt nach eigenen Angaben von Jahr zu Jahr.

Analog dazu steigen auch die Fallzahlen im Bereich Wirtschaftskriminalität in NRW. Nach Informationen des Landeskriminalamts in NRW sind es mehr als sechs Prozent mehr als noch ein Jahr zuvor. Der Gesamtschaden der Delikte belief sich 2015 auf mehr als 648 Millionen Euro. Besonders stark gestiegen ist demnach die Zahl der Wettbewerbsdelikte.

Unter anderem verurteilte das Landgericht Bonn im vergangenen Jahr Mitglieder einer international handelnden Tätergruppe. Die aus China stammenden Hauptbeschuldigten führten jahrelang gefälschte Uhren in den europäischen Wirtschaftsraum ein. Wettbewerbsverstöße sind auch für Kurtz immer wieder ein Thema. Allerdings widmet er sich auch den kleinen Fischen: Zum Beispiel Mitarbeitern, die unerlaubterweise gleichzeitig für zwei Firmen der gleichen Branche arbeiten.


Sicherheitsakademie in Berlin bildet aus


Zielpersonen observieren oder sich mit bearbeiteten Lebensläufen in Unternehmen anstellen lassen, um an Informationen zu gelangen, gehört zum Alltag des Detektivs. Allerdings gibt es Regeln und klare Grenzen für seine Ermittlungen, wie Kurtz erklärt: „Privaträume sind tabu und Fotos von Zielpersonen dürfen nur auf Antrag des Gerichts herausgegeben werden.“ Das heißt, die Fotos dienen Kurtz als Beweismaterial. An seine Auftraggeber weiterreichen, darf er sie in der Regel nicht.

Sein Handwerk hat Kurtz an der Sicherheitsakademie in Berlin gelernt: Dort wird ein anerkannter IHK-Zertifikatslehrgang zur Fachkraft Detektiv angeboten. In sechs Monaten hat er sich dort nach seinem Literaturwissenschaftsstudium zum Ermittler ausbilden lassen: „Eigentlich sollte der Lehrgang nur eine Überbrückung bis zum nächsten Studium sein“, erzählt Kurtz. Aber dann lief es gut und er machte weiter.

Gesetzliche Zulassungsvoraussetzungen für den Berufsstand gibt es nicht. Der Bundesverband Deutscher Detektive (BDD) empfiehlt die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) für die Grundausbildung. Wer nach dieser Grundausbildung zwei Jahre als Detektiv tätig sei, dürfe sich danach „Geprüfter Detektiv“ nennen, heißt es auf der Internetseite. Nach den Angaben des Verbands gibt es in Deutschland mehr als 1500 private Detekteien.

Mit dem Fall an der dänischen Grenze beschäftigen sich mittlerweile die Behörden. Kurtz observierte tagelang Mitarbeiter des Hamburger Geschäftsmanns, bis ihm mit einem von ihnen ein Deal gelang. Geld gegen die nötigen Informationen. Damit hat er zumindest die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Polizei aktiv werden konnte. Auch wenn der Geschäftsmann sein Geld bis heute nicht wiedergesehen hat.“


Kurtz Detektei Bonn

Zeppelinstraße 8

53177 Bonn

Tel.: 0228 2861 4084

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Web: https://www.kurtz-detektei-bonn.de

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„Wirtschaftskriminalität heute“ | Detektiv Patrick Kurtz im Fachmagazin „Die Wirtschaft Köln“


Die Langfinger aus den eigenen Reihen


Bei Geld hört die Freundschaft bekanntlich auf. Hat nun einer besonders viel – und das ist bei Unternehmen meist so –, dann weckt das Begehrlichkeiten, die Täter und Opfer gleichermaßen die Existenz kosten können. Wir sprachen mit einem, der sich damit auskennt. Mit ihm tauchten wir ein in das Tagesgeschäft eines Wirtschaftsdetektivs.

Eigentlich ist es ein grundlegend trauriges Geschäft: Es geht um Misstrauen, um Hintergehen, Diebstahl und immer wieder Betrug. „Ob privat oder eben auch in der Wirtschaft“, weiß Patrick Kurtz, seit 2013 Inhaber der gleichnamigen Detektei in der Kölner Antoniterstraße. Dabei ist der Betrug in bester Gesellschaft von UntreueKrankschreibungs- und Spesenmissbrauch, privat abgerechneten Tankquittungen bis hin zu (Daten-)Diebstahl und Unterschlagung. In den meisten Fällen ist der Täterkreis recht übersichtlich: Es sind überwiegend Mitarbeiter. „Wir haben einen Fall bearbeitet, in dem der beste Freund und zugleich älteste Angestellte des Firmeninhabers gemeinsam mit seinem Sohn Rechnungen gefälscht, Rechnungsbeträge schwarz in die eigene Tasche gesteckt und nebenbei mit den Firmentransportern ein Konkurrenzunternehmen aufgebaut hat – heimliche Stammkundenabwerbung inklusive“, erzählt Kurtz.


Man sieht sich wieder – im Internet


Oft erhalten die Unternehmer Tipps, woraufhin sie ihre Produkte zum Verkauf im Internet wiederfinden. Ein Unternehmen aus dem Bereich der Automobilzulieferer fand Produkte mit seinen ganz eigenen QR-Codes im Netz, über entsprechende Testkäufe verschaffte man sich Sicherheit. 2014 traf es im großen Stil die Ford-Werke: Cockpits und weitere Zubehörteile sollten ins Ausland verkauft werden.


NRW ist in jeder Hinsicht Spitzenreiter


Haben die Güter erst einmal das Unternehmen verlassen, kommen jede Menge Gefahren durch den Frachtdiebstahl hinzu. Leider sei es auch hier so, dass es meistens die eigenen Mitarbeiter sind, die sich von Baumaterialien bis Konsumgütern für den Eigenbedarf oder zum Weiterverkauf bedienten. „Es kommt relativ häufig vor, dass ganze Lkw-Ladungen mitsamt Hänger gestohlen werden“, berichtet Kurtz. Dafür würden die Fahrer insbesondere im Sommer durch leicht geöffnete Fenster im Schlaf mit Gas betäubt. Weil dahinter oft jede Menge Hehler und sonstige Hintermänner stecken, gestaltet sich eine solche Recherche oft sehr umfangreich. Auch bei diesen Delikten sei NRW leider führend, was die Kriminalstatistik angeht, weiß Kurtz. Die jeweiligen Schadensfälle in diesem Bereich bewegten sich oft im hohen fünfstelligen Bereich, glücklicherweise seien aber auch die Erfolgsquoten sehr hoch. Zuständiger Spezialist für diese Delikte in der Detektei Kurtz ist dafür ein ehemals selbstständiger Logistik-Unternehmer, der sich bestens auskennt von Personal bis Buchhaltung.


Der Originalartikel von Edda Nebel in der Wirtschaft Köln. Per Klick auf das Bild gelangen Sie zur kostenlosen pdf der gesamten Ausgabe 03/17. 

Wie wird man eigentlich Detektiv?


„Genau genommen darf sich jeder auf die Pirsch begeben“, so Kurtz. Er bedauert es sehr, dass es in diesem Beruf keine ausdrückliche Ausbildungspflicht gibt. Es seien aber eben genau jene, die nicht nur sich selbst, sondern auch die Auftraggeber unter Umständen strafbar machen, erklärt Kurtz. Einen seriösen Anbieter fände man anhand entsprechender Zertifikate, aber auch aufgrund einer transparenten Preisstruktur. Für ihn arbeiten viele ehemalige Sicherheitsfachleute aus Ermittlungsbehörden wie Zoll, Polizei und auch dem Bundesnachrichtendienst (BND). Die meisten Detektive seien Freiberufler – „Einzelgänger“, beschreibt Kurtz. Leider sei das Studium der Kriminalistik seit Mitte der 90er-Jahre abgeschafft, und auch das „Profiling“ stecke in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Er schätzt sich besonders glücklich, dass zum Beispiel sein Chef-Ermittler für IT-Delikte ein Diplom-Kriminalist und zugleich IT-Experte ist. Kurtz: „So etwas genießt heute Seltenheitswert!“ Kurtz selbst hat nach dem Studium der Europäischen Literatur – hier müssen vor allem Detektivgeschichten das Ihre getan haben – und der Absolvierung der Sicherheitsakademie Berlin seine Detektei gegründet, die mittlerweile Niederlassungen in mehreren deutschen Städten hat und etwa 500 Fälle jährlich aufdeckt – „mit Erfolg“, wie er betont.