Der Privatdetektiv in der Literatur – Teil 4 | Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes: Durchbruch und Fall


„Bromance“ zwischen Holmes und Watson


Die kargen Jahre der schriftstellerischen Anfänge, die die Detektei Kurtz im vorherigen Teil unserer Reihe „Der Privatdetektiv in der Literatur“ beschrieb, scheinen für Arthur Conan Doyle nun endlich Geschichte, denn als im Juli 1891 nach zwei Romanen die erste Kurzgeschichte über Sherlock Holmes, Ein Skandal in Böhmen, im Strand Magazine erscheint, ist Doyle endlich der wohlverdiente Erfolg vergönnt: Der englische Meisterdetektiv schlägt ein wie eine Bombe! Das Strand Magazine will mehr und ist auch durchaus bereit, sich den Nachschub an Geschichten das ein oder andere Pfund kosten zu lassen. Die folgenden Monate schreibt sich Doyle die Seele aus dem Leib und bringt es nach Ein Skandal in Böhmen auf weitere 11 Kurzgeschichten, deren zentrale Figuren, Holmes und Watson, die vielleicht erste Männerfreundschaft (heute würde man „Bromance“ sagen) der Literaturgeschichte pflegen. Doyles Geschichten erscheinen monatlich in der jeweils neuen Ausgabe des Strand Magazines.

Abgesehen von der Chronologie des Handlungsspielraums variiert er in diesen ersten Kurzgeschichten wenig – und warum auch? Conan Doyle zeigt, dass er seine Protagonisten voll im Griff hat: Das Zusammenspiel zwischen dem loyalen, intelligenten und daher nur scheinbar naiven Watson und dem exzentrischen, genialen Holmes funktioniert perfekt! Der schottische Autor hat spürbar seinen Spaß daran, die beiden miteinander interagieren zu lassen, und der eigentliche Fall gerät darüber nicht selten fast zur Nebensache. Für nicht wenige Leser ist der Holmes dieser frühen Geschichten noch der wahre, unverfälschte Sherlock Holmes, der in den späteren Geschichten etwas von seinen Ecken und Kanten einbüßen wird (man denke nur an seinen in den ersten Geschichten noch unumwundenen Kokainkonsum).


Sammelband für die Heftgeschichten des Strand Magazines


Die beiden Romane A Study in Scarlet (Eine Studie in Scharlachrot) und The Sign of the Four (Das Zeichen der Vier) waren in der Zwischenzeit bereits in Buchform veröffentlicht worden, und dasselbe bietet sich nun, im Spätsommer 1892, natürlich auch für die ersten Kurzgeschichten an, die nunmehr auf zwölf Stück angewachsenen sind. Der Band Die Abenteuer des Sherlock Holmes (The Adventures of Sherlock Holmes) enthält alle zwölf Geschichten in der Originalreihenfolge. Sie verkürzen so die Wartezeit der Leser auf die nächste Neuveröffentlichung – und die von Conan Doyle auf den nächsten Scheck. Denn sich wie beim Erstlingswerk sämtliche Rechte für läppische 25 Pfund abkaufen zu lassen, das sollte dem zum Profi gereiften Autor nicht mehr passieren. Im Oktober 1892 erscheint der Sammelband zeitgleich in Großbritannien und in den USA, denn auch dort hat der berühmte fiktionale Vorfahr unserer Detektive aus Hannover seit langem eine treue Fangemeinde.


Doyle wird seines Detektivs überdrüssig und lässt ihn sterben


Im Dezember 1892 hat das Warten auf Neuigkeiten aus der Feder Arthur Conan Doyles dann endlich ein Ende: Mit Silberstern (Silver Blaze) erscheint eine neue Geschichte über die Ermittlungen des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, wie üblich im Strand Magazine, dessen Abonnentenzahl mittlerweile so hoch ist wie nie zuvor. Und auch die neuen Kurzgeschichten wissen zu gefallen: Zum ohnehin enormen schriftstellerischen Können Conan Doyles kommt mehr und mehr Routine hinzu; er kennt seine Helden Holmes und Watson inzwischen bestens und weiß geschickt mit ihnen umzugehen.

Doch wird für Doyle die Arbeit wohl zunehmend eintönig: Versuche zu variieren, beispielsweise durch einen Rückblick in Holmes‘ frühere Jahre ohne Watson in Die ,Gloria Scott‘ (The Gloria Scott), also zuzusagen ein „Holmes Begins“, oder die Einführung neuer Figuren wie Sherlocks Bruder Mycroft in Der griechische Dolmetscher (The Greek Interpreter) verschaffen Doyle nicht die nötige Abwechslung. Auch schleicht sich für ihn mehr und mehr Routine ein: Durch die monatliche Erscheinungsweise und die Arbeit wie am Fließband bleibt dem Autor nur wenig Zeit für Recherche, manche Geschichten und „Lösungen“ wirken bisweilen unglaubwürdig oder nehmen nur einen Stellenwert am Rand der Erzählung ein. Conan Doyle wird seines fiktiven Detektivs mehr und mehr überdrüssig – und entschließt sich zu einem radikalen Schritt: Im Dezember 1893 erscheint mit Das letzte Problem (The Final Problem) die zwölfte Kurzgeschichte der zweiten Reihe, und der Leser wird mit einem Schock zu Weihnachten zurückgelassen – denn am Ende ist Sherlock Holmes tot!


Trauerflor auf Londons Straßen – Holmes‘ Tod verursacht (inter-)nationale Bekümmerung


Die Handlungszeiträume der vorherigen Geschichten variieren bisweilen um mehrere Jahre und springen immer wieder vor und zurück, doch The Final Problem setzt chronologisch am Schluss ein – im April/Mai 1891. Am Ende stürzt Holmes in einem furiosem Zweikampf die tosenden Reichenbach-Fälle hinab, zusammen mit seinem in dieser Geschichte erstmals und unvermittelt auftauchenden Erzfeind Professor Moriarty – wie sollte er das nur überlebt haben? Auf beiden Seiten des Atlantiks geht ein Aufschrei durch die Gesellschaft; man möge sich nur einmal in der heutigen Zeit vorstellen, der neueste Bond-Film würde damit enden, dass James Bond zusammen mit Blofeld in einen Vulkankrater mit glühender Lava stürzt! Doyles Leserschaft auf der ganzen Welt ist aufgebracht und bringt ihre Enttäuschung sogar mit Trauerbändern zum Ausdruck. Das Strand Magazine verliert auf einen Schlag 20.000 Abonnenten. Wer dahinter einen genialen Marketingschachzug vermutet, wird schnell eines Besseren belehrt: Jahre vergehen, ein neues Jahrhundert bricht an, Queen Victoria stirbt – und noch immer kein Lebenszeichen von Sherlock Holmes!

Doyle scheint jegliches Interesse an jener Figur verloren zu haben, die ihn reich und berühmt gemacht hat. Er wendet sich nun mehr seiner Familie und anderen Literaturfeldern zu: historische Romane und Abenteuergeschichten, inspiriert von seiner Zeit auf See. Auch über den Burenkrieg von 1899 bis 1902 in Südafrika schreibt er ein pro-britisches Buch, in dem er für die Kolonialpolitik Großbritanniens Stellung bezieht und das er später als Grund ansieht für seine Ernennung zum Ritter im Jahre 1902.


Der Sturz in den Reichenbachfall, wie ihn Sidney Paget, Illustrator beim Strand Magazine, sah. Am real existierenden Ort in der Schweiz erinnern diverse Gedenktafeln und Statuen an dieses fiktive Ereignis, das der Leserschaft in seiner Zeit real erschien.

Nach 2 Romanen und 24 Kurzgeschichten: Ist der legendäre Detektiv Sherlock Holmes schon am Ende?


Für die zahlreichen Anhänger des Meisterdetektivs Sherlock Holmes waren es also düstere Jahre um die Jahrhundertwende. Allerdings: In The Final Problem ist nie davon die Rede, dass Holmes’ Leiche gefunden wird – und es wäre nicht das erste Mal, dass Sherlock Holmes seinen Gegnern einen Schritt voraus ist! Schließlich wäre der selbsternannte „Consulting Detective“ doch nicht das unnachahmliche Genie und hätte es sicher nie zum Idol und Vorbild von Generationen von Detektiven wie den Ermittlern der Kurtz Detektei Hannovergebracht, hätte er nicht noch ein Ass im Ärmel – mehr dazu in Teil 5 unserer Reihe „Der Privatdetektiv in der Literatur“.


Verfasser: Gerrit Koehler

Kurtz Detektei Hannover

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Der Privatdetektiv in der Literatur – Teil 3 | Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes: „A Study in Scarlet“ und die Anfänge


Sherlock Holmes: Synonym für den Detektivberuf


Wie wir aus den Teilen 1 und 2 unserer Reihe „Der Privatdetektiv in der Literatur“ wissen, wird die Figur des typischen Detektivs bis heute gerne den Engländern zugeschrieben, obwohl sie eher den Amerikanern und Franzosen zu verdanken ist. Im heutigen dritten Teil werden wir sehen, warum das so ist. Wie sich unschwer vermuten lässt, kann es dabei nur um einen gehen: Sherlock Holmes! Es passiert nicht oft, dass eine literarische Figur derart erfolgreich und originell ist, dass sie sogar bis in die Realität der Gegenwart hinein als Synonym für einen ganzen Berufszweig gilt – und das seit fast eineinhalb Jahrhunderten. Doch warum ist das so? Gerrit Koehler von der Kurtz Detektei Köln geht dieser Frage auf den Grund.


Inspiration durch zeitgenössische Granden: Poe, Émile Gaboriau, James M. Barrie und Robert Louis Stevenson


Die Autoren Poe und Gaboriau hatten mit ihren Detektiven Dupin und Lecoq bereits Mitte des 19. Jahrhunderts große Erfolge gefeiert, die noch neue Gattung der Detektivgeschichte etabliert und ganz zweifellos einen jungen schottischen Beamtensohn aus Edinburgh schon in seiner Kindheit beeindruckt: Arthur Conan Doyle, später „Sir“. 1859 geboren, wird er mit neun Jahren auf ein Jesuiten-Internat in England geschickt, da seine Mutter ihn vom depressiven und trinksüchtigen Vater fernhalten will. Die dunkle und depressive, oft einsame Stimmung dieser Jahre spiegelt sich später in seinen Geschichten wider, doch prägen sollten ihn vor allem die Jahre danach: Zurück in Edinburgh widmet sich der junge Doyle dem Medizinstudium an der örtlichen Universität, um Arzt zu werden. Nach wie vor inspiriert von Poe und anderen zeigt er sich fasziniert von der Welt der Geschichten und Erzählungen. Bereits in seinen Jahren auf dem Internat bewies er, dass er spannende und originelle Geschichten erzählen kann – ein Talent, dass er von seiner geliebten Mutter geerbt hatte. Das bringt ihn auf der Universität in Kontakt mit Gleichgesinnten, so z. B. die Schotten James M. Barrie und Robert Louis Stevenson, die später selber Erfolge als Autoren feiern sollten (Peter Pan bzw. Die Schatzinsel und Jekyll & Hyde) und mit denen er ein Leben lang befreundet blieb.


Prägender Einfluss: Dr. Joseph Bell aus Edinburgh


Als Mediziner, der sich schon früh zur Literatur hingezogen fühlt, findet Doyle einen Menschen, der sich alles andere als der Literatur verschrieben hat, den jungen Autor aber nicht nur sehr prägt, sondern ihn sogar maßgeblich zu seiner wichtigsten Hauptfigur inspiriert: Dr. Joseph Bell, Dozent und Lehrer Conan Doyles an der Universität von Edinburgh. Obwohl Mediziner, ist es Bell, der erstmals die Methode der Deduktion, des genauen Beobachtens und Herleitens, in die Kriminalistik bringt. An vielen der zeitgenössischen Kriminalgeschichten stört Doyle, wie er später sagt, dass der Ermittler viel zu oft durch Zufall auf die Lösung stößt, oder dass der Weg zu dessen Schlussfolgerungen erst gar nicht beschrieben wird. Durch seine Arbeit mit Joe Bell kommt er auf die Idee, wissenschaftliche Analysen in die Detektivarbeit einfließen zu lassen. Bells persönlicher wie literarischer Einfluss auf den jungen Medizinstudenten und Autor Doyle kann daher gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, und auch die Detektei Kurtz hat Dr. Bell aus diesem Grunde bereits einen Beitrag gewidmet.


Doyles Honorar für den ersten Holmes-Roman: 25 Pfund


1882 schließt Conan Doyle sein Studium ab und wird praktizierender Arzt, unter anderem auf einem Walfänger (Heute dreimal ins Polarmeer gefallen). Das Schreiben bleibt sein Hobby, und er lässt immer wieder eigene Erfahrungen und Personen aus seinem Leben in seine Geschichten einfließen, auch seine Leseerfahrungen prägen ihn. Diese Melange aus den Kriminalgeschichten und Schauerromanen seiner Zeit einerseits und der hochmodernen wissenschaftlichen Analytik des Dr. Bell andererseits ist die Grundlage einer Figur, die maßgeblich zur Popularität der Detektivgeschichte beitragen sollte: Sherlock Holmes hat im November 1887 in Eine Studie in Scharlachrot (A Study in Scarlet) seinen ersten Auftritt.

Conan Doyle hatte neben seiner Tätigkeit als Arzt bereits erste Erfahrungen mit der Veröffentlichung von Kurzgeschichten in den damals beliebten Literaturmagazinen gesammelt, und auch der erste Holmes-Roman A Study in Scarlet wird zunächst nicht in Buchform veröffentlicht, sondern im Beeton’s Christmas Annual, einem Magazin für Geschichten aller Art. Doyle schreibt den Roman im Alter von 27 Jahren in nur drei Wochen. Nachdem er von diversen anderen Verlagen und Magazinen abgelehnt worden ist, erhält Conan Doyle von Beeton’s damals lediglich 25 Pfund für die Geschichte und aller Rechte an ihr – bekommt also später auch kein weiteres Geld dafür! Das sollte sich bekanntermaßen mit den folgenden Detektiv-Geschichten um Sherlock Holmes schnell ändern. Wer diese alte Ausgabe des Magazins heute noch „zufällig“ zu Hause herumliegen hat, kann sich glücklich schätzen: Bei Erscheinen 1887 für einen Shilling zu erstehen, wurde eins der raren verbliebenen Exemplare von Sherlock Holmes‘ erstem Auftritt 2007 bei Sotheby’s für 156 000 Dollar versteigert!


Die Erstausgabe von „A Study in Scarlet“ in Beeton’s Christmas Annual. © Museum of London


Holmes und Watson: Beginn einer legendären Freundschaft


A Study in Scarlet enthält bereits fast alles, was den Mythos Sherlock Holmes bis heute ausmacht und Journalisten bei Interviews über die reale Arbeit der Kurtz Detektei Köln stets dazu bewegt, den Roman-Detektiv zu thematisieren: Dr. Watson wird als Erzähler eingeführt, die Ereignisse werden keinesfalls als Fiktion, sondern als reale Fakten dargestellt – ein „Kniff“, der sich in der klassischen viktorianischen Literatur großer Beliebtheit erfreut. Und auch in der liebevollen Hommage an die spannenden Kriminalgeschichten jener Zeit – Patrick Kurtz‘/Aidan Johnstones Livingstones Mahnung – findet dieses Stilmittel Verwendung, unter anderem erlebt dort unser Freund Dr. Joseph Bell einen Kurzauftritt.

In A Study in Scarlet lernt Watson seinen späteren Freund Holmes im Jahre 1881 kennen: Zurück aus dem Afghanistan-Krieg und auf Wohnungssuche erfährt der Militärarzt John Watson von einem Bekannten, dass ein gewisser Sherlock Holmes jemanden sucht (heute wäre das ein WG-Partner), um sich die Miete für seine Wohnung in der Baker Street 221b zu teilen – vor dessen exzentrischem Auftreten solle er sich jedoch in Acht nehmen … Die Adresse ist zu Doyles Zeiten noch fiktiv, da die Baker Street damals nur bis zur Nummer 85 durchnummeriert war, heute hingegen existiert sie und ist an leicht versetzter Stelle ein beliebter Ort für Sherlock-Holmes-Pilger (Sherlock Holmes Museum, Baker Street, London). Watson und Holmes lernen einander kennen, und Watson zieht bei Holmes ein – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Watson erfährt, dass sich Holmes, der brillant in den Wissenschaften ist, als „beratender Detektiv“ (englisch: „Consulting Detective“) verdingt und dass es sich bei den „Gästen“, die ständig ein- und ausgehen, um Klienten handelt. Die Zimmerwirtin der beiden, die erst im darauffolgenden Roman Das Zeichen der Vier (The Sign of the Four) „Mrs. Hudson“ heißen wird, taucht ebenso bereits auf wie Inspektor G. Lestrade, der mit seinen eher konventionellen Methoden Holmes oft spöttisch gegenübersteht, allerdings noch weitaus mehr als einmal auf die Hilfe des Querdenkers angewiesen sein wird.


Kostenlose Visitenkarte aus dem Sherlock Holmes Museum in der Baker Street, London.

Typische Holmes-Klischees: nicht Doyle ist „der Schuldige“, sondern sein Illustrator Sidney Paget


Andere Schlüsselfiguren und -elemente indes kommen noch nicht in A Study in Scarlet vor, sondern werden erst in späteren Kurzgeschichten hinzugefügt: Holmes‘ mutmaßlich große Liebe, Irene Adler, hat 1891 in Ein Skandal in Böhmen (A Scandal in Bohemia) ihren ersten und einzigen Auftritt als handelnde Person; Holmes‘ Nemesis und Erzfeind James Moriarty betritt die Bühne in Das letzte Problem (The Final Problem) aus dem Jahre 1893. Auch die für uns heute so typische Optik von Sherlock Holmes ist keinesfalls von Anfang an gesetzt: Das für Holmes und seitdem für alle Detektive unerlässliche Vergrößerungsglas findet zwar schon im ersten Fall Verwendung, das Outfit mit Deerstalker-Mütze und Inverness-Mantel jedoch erst viel später. Die Mütze wird kurioserweise in keiner der Geschichten explizit erwähnt, sondern höchstens angedeutet (erstmals 1892 in Silberstern (Silver Blaze)). Vielmehr geht die Darstellung mit dem Deerstalker auf eine eigene Vorliebe des Illustrators Sidney Paget zurück, der 37 Kurzgeschichten mit Sherlock Holmes sowie den Roman Der Hund der Baskervilles illustrierte. Der Inverness-Mantel indes wird von Doyle nicht einmal angedeutet, auch hier hat Paget mit seinen Illustrationen von seiner künstlerischen Freiheit umfassend Gebrauch gemacht.

Die Pfeife, die im Zusammenhang mit Sherlock Holmes gerne als eher exotisches „Calabash“-Modell dargestellt wird, taucht in den Geschichten zwar in diversen Beschreibungen auf, jedoch nie als besonderes Modell. Die Calabash-Form geht vielmehr auf die Theateraufführungen des Londoner Royal Court Theatre zurück, das bereits 1893 mit Sherlock-Holmes-Stücken große Erfolge feiern konnte: Man suchte ein Modell, das auch auf große Entfernung sichtbar war, und entschied sich für die Calabash, die mit ihrem großen, kelchartigen Pfeifenkopf alles andere als unauffällig ist – und somit für Detektivarbeit eher ungeeignet, denn wie auch unsere Detektive aus Köln bestätigen können, ist diskrete Unauffälligkeit damals wie heute das A und O bei Observationen, Befragungen und Recherchen!


Eine Calabash-Pfeife ist durch ihre Größe und auffällige Form seit jeher völlig ungeeignet für unauffällige Detektiv-Arbeit. Heute würde die Pfeifenart natürlich kaum noch eine Rolle spielen, da Personen, die Pfeife rauchen, per se auffallen.

Deduktion, Schlussfolgerung und Beobachtung – heutige Detektive haben viel von Holmes gelernt


A Study in Scarlet erregt die Aufmerksamkeit eines amerikanischen Herausgebers, der auf der Suche nach einer Kriminalgeschichte für eine neue Literatur-Zeitschrift in England ist. 1890 veröffentlicht er mit Das Zeichen der Vier (The Sign of Four) den zweiten Holmes-Roman in Lippincott’s Monthly Magazine. Beide Romane sind allenfalls ein Achtungserfolg, denn die Popularität von Sherlock Holmes nimmt erst im Juli 1891 richtig Fahrt auf – mit der Veröffentlichung der ersten Kurzgeschichte Ein Skandal in Böhmen (A Scandal in Bohemia) im Strand Magazine, DER führenden Literaturzeitschrift in Großbritannien zu der Zeit. Deren bereits erwähnte Illustrationen von Sidney Paget tragen maßgeblich zum bis heute gültigen Sherlock-Holmes-Bild bei. Conan Doyle wird, dreieinhalb Jahre nach Veröffentlichung des ersten Sherlock-Holmes-Roman, berühmt und liefert fast monatlich weitere Geschichten um seinen Privatdetektiv, die sich alle großer Popularität erfreuen.

Auch mit zunehmender Bekanntheit macht Conan Doyle übrigens keinen Hehl aus seiner Bewunderung für Dr. Joe Bell und gibt 1892 in einem Brief an ihn offen zu, dass er die Inspiration für Sherlock Holmes ist: „Es wird Ihnen sicher klar sein, wem ich Sherlock Holmes zu verdanken habe. Nach den Grundsätzen von Deduktion, Schlussfolgerung und Beobachtung, die Sie uns eingeschärft haben, habe ich versucht, einen Mann zu erschaffen.“ Die teils dunkle Stimmung und die Spannung der Geschichten tragen maßgeblich zur bis heute ungebrochenen Popularität von Sherlock Holmes bei. Doch das genaue Arbeiten, das Lesen jeder noch so kleinen Spur und das deduktive Folgern aus den Fakten – das ist es darüber hinaus, was Detektive wie unsere Privatermittler der Kurtz Detektei Köln nun schon über 130 Jahre inspiriert. Das Ziel ist klar: jeden Fall genauso schnell und gründlich zu einem Abschluss zu bringen wie das berühmte Vorbild.


Verfasser: Gerrit Koehler

Kurtz Detektei Köln

Krummer Büchel 12

D-50676 Köln

Tel.: 0221 4558 0377

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Detektive und Pfeifen – Teil 2: der dänische Pfeifenbauer Poul Winsløw


Wie wir nicht nur in Teil 1 unserer Reihe „Detektive und Pfeifen“, sondern unter anderem auch in einer Besprechung typischer Detektiv-Klischees gesehen haben, kultivieren Detektivfiguren nicht nur in der Literatur und im Film den Rauchgenuss mit der Pfeife, sondern auch im echten Leben – zumindest einige unserer Privatermittler der Kurtz Detektei Bremen. Unter den fiktiven Detektiven mit Pfeife ist Sherlock Holmes wohl der berühmteste, aber auch Kommissar Maigret wird stets mit einer Pfeife beschrieben, und selbst in der Moderne werden nicht wenige Buchdeckel der Eifel-Krimis von Jacques Berndorf von dem Lieblings-Accessoire seines Mordfälle lösenden Protagonisten Siggi Baumeister geschmückt.

So leichtfüßig und elegant der pfeiferauchende Kriminalist in der Fiktion gern dargestellt wird, so ist doch die Herstellung einer Pfeife ein sehr langwieriger und mühsamer Prozess. Immer weniger Menschen beherrschen diese Kunst, und einem von ihnen will die Kurtz Privatdetektei Bremen an dieser Stelle besondere Aufmerksamkeit schenken: Poul Winsløw.


Winsløws Anfänge als Zögling von Preben Holm


DIE Hochburg des Pfeiferauchens ist seit langem, nein, nicht England, sondern Dänemark, und so verwundert es nicht, dass die bekanntesten Pfeifenbauer aus eben diesem kleinen Land nördlich von Schleswig-Holstein stammen – eben auch Poul Winsløw. 1951 geboren, begann er zunächst eine Lehre als Chemigraph, ein mittlerweile ausgestorbener Beruf aus dem Druckgewerbe. Winsløw hatte schon damals als Teenager eine große Leidenschaft für Pfeifen, und so entschloss er sich mit 17, seine Ausbildung abzubrechen und Schüler bei einem der besten und bekanntesten Pfeifenmacher seiner Zeit, Preben Holm, zu werden. Dort lernte er das Handwerk von der Pike auf.

Er muss sich, wie er selber sagt, „wohl ganz gut geschlagen haben“ bei seiner Arbeit, denn schon nach kurzer Zeit durfte der Lehrling den Pfeifen mehr und mehr seine eigene Note und eigene Ideen zukommen lassen, anstatt nur den Boden zu fegen und sich auf kleinere handwerkliche Arbeiten zu beschränken. Preben Holm hielt tatsächlich sehr viel von seinem neuen Schüler, der schnell zum Chef-Assistenten aufstieg. Selbst als Winsløw zum Militärdienst gerufen wurde, bot Holm ihm an, ein Drittel seines Gehaltes während dieser Zeit weiterzuzahlen, um sicherzustellen, dass er danach zurückkäme – was Winsløw nur zu gerne tat, später sogar als Verantwortlicher für die gesamte Produktion. Doch leider wurde Holm, Winsløws Freund und Mentor, einige Zeit später schwerkrank und musste seine Pfeifenmanufaktur 1985 schließen.


Popularitätsschub als Live-Pfeifenbauer für Stanwell


Plötzlich stand Winsløw ohne Job da, doch diese Gelegenheit nutzte er, um sich selbstständig zu machen. Seine kleine Werkstatt in seinem Wohnhaus in Hvidovre, einem kleinen Vorort von Kopenhagen, lief zwar gut, doch trotzdem ist es, wie unsere Detektive aus Bremen wissen, immer hart, in einem Geschäft Fuß zu fassen. Hilfe kam von Stanwell, dem bis heute größten dänischen Pfeifen- und Tabakhersteller. Die Firma nahm Winsløw mit auf Messen, wo er live vor Publikum Pfeifen fertigstellte – eine Attraktion damals wie heute und eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Zwar durfte er während dieser Veranstaltungen für Stanwell natürlich nicht seine eigenen Pfeifen verkaufen, etablierte sich aber dennoch im Lauf der Zeit als Pfeifenbauer erster Güte, der immer wieder eine eigene Note und eine gehörige Portion Eigensinn in seine Kreationen einbringt. So lässt er es sich bis heute nicht nehmen, sonst doch eher klassisch wirkende Pfeifen ein wenig „aufzupeppen“, mit farbigen Intarsien oder metallenen Elementen, oft sogar aus Silber oder Acryl. Dies hat ihm unter Kritikern den Ruf verschafft, seine Pfeifen eher für Snobs oder verrückte Sammler mit Faible für schräges Design zu bauen, da sich die zusätzliche Arbeit und der Mehraufwand in entsprechend hohen Preisen von meist mehreren hundert Euro niederschlagen.

In Wahrheit allerdings ist Poul Winsløw Pfeifenbauer aus Leidenschaft, und als solcher käme er nicht auf die Idee, seine Pfeifen nur einem kleinen, exklusiven Kreis vorbehalten zu lassen. So zählen seit Langem schon „klassischere“ Pfeifen, im dezenteren Look und in niedrigeren Preisregionen, zu seinem Repertoire. Diese unter dem Label „Crown“ laufenden Pfeifen machen mittlerweile den Großteil der rund 7000 Pfeifen aus, die seine Werkstatt jährlich verlassen – diese befindet sich übrigens immer noch im kleinen Hvidovre. Das ist eine stattliche Zahl für einen Pfeifenbauer, der bis heute in Handarbeit fertigt, dennoch sind die klassischen Poul-Winsløw-Pfeifen nach wie vor Unikate, jede für sich einzigartig. Hilfe erhält er dabei von einer Handvoll Mitarbeiter, die ihm dadurch zumindest ein wenig Zeit für Mußestunden verschaffen und ihm so ermöglichen, seine Freude an Farben und Mustern auf einem ganz anderen Gebiet auszuleben – denn neben seiner Tätigkeit als Pfeifenbauer ist Winsløw mittlerweile auch ein passionierter Maler.


Poul Winslow – Detektive und Pfeifen
Eine originale Poul-Winsløw-Pfeife der Kurtz Detektei Bremen (Reihe: Crown).

Viele Privatdetektive sind Pfeifenfreunde


Also wenn der geneigte Pfeifenfreund genüsslich an seiner Pfeife schmaucht, ob als Privatdetektiv in Bremen nach einer geglückten Observation oder ganz privat, ohne den Tag mit privaten Ermittlungen und Fällen von Wirtschaftsbetrug verbracht zu haben: Es bleibt doch ein schönes Gefühl, ein Stück alter Handwerkskunst in der Hand zu halten. Natürlich muss es keine Pfeife von Poul Winsløw sein – aber etwas ganz Besonderes wird es immer bleiben!


Detektive und Pfeifen – Teil 1: Einführung der Kurtz Detektei Duisburg in die Thematik


Typisches Detektiv-Klischee seit Sherlock Holmes: die Pfeife


Das Pfeiferauchen ist die wohl ursprünglichste Form des Rauchens; die ältesten Tabakpfeifen, die man gefunden hat, lagen ägyptischen Mumien bei – als Grabbeigaben vor fast viertausend Jahren! Und obwohl in den letzten Jahrzehnten durch die zunehmende Verbreitung der Zigarette Pfeifenraucher immer seltener geworden sind, gibt es sie immer noch: Genussmenschen, Denker, Besonnene und Unangepasste – der Pfeifenraucher hat heutzutage viele Attribute, selten jedoch schlechte. Und natürlich ist es vor allem der Berufsstand des Privatdetektivs, der spätestens seit Sherlock Holmes genauso mit dem Pfeiferauchen in Verbindung gebracht wird wie mit Lupe und Jägermütze, wie unsere Detektive der Kurtz Detektei Duisburg immer wieder amüsiert feststellen dürfen. Die Frage „Und rauchen Sie auch Pfeife?“ gehört zum festen Repertoire fast jeden Gesprächspartners und kommt in der Regel direkt nach der Antwort auf „Und was machen Sie beruflich?“ – allein hinter jedem Stereotyp und Klischee steckt auch oft ein Körnchen Wahrheit: So stimmt es tatsächlich, dass einige unserer Privatermittler passionierte Pfeifenraucher sind. So raucht auch Patrick Kurtz selbst, Inhaber unserer Detektivbüros in Duisburg, seit seinem 14. Lebensjahr Pfeife und zählt über zwanzig Pfeifen sein Eigen.

Einiges hat sich zwar geändert seit den Zeiten der Bow Street Runners und Vidocqs, den Begründern der modernen Detektivarbeit: Modernste Technologie, IT-forensische Untersuchungen und Ermittlungen im Wirtschaftsbereich prägen im 21. Jahrhundert ganz selbstverständlich den Berufsalltag unserer Detektive aus Duisburg – und dennoch scheint die Assoziation des Privatdetektivs mit der Pfeife ungebrochen aktuell. Grund genug, einmal einen Blick auf die Hintergründe des Pfeifenrauchens zu werfen, und zu untersuchen, warum bis heute die detektivische Arbeit und die Pfeife untrennbar miteinander verbunden sind.


Pfeiferauchen während der Observation? Ein No-Go!


Ein Klischee gibt es, das wir direkt zu Anfang über Bord werfen sollten: Auch wenn unsere Detektive mitunter begeisterte Pfeifenraucher sind – bei der Feldarbeit hat die Pfeife nichts zu suchen! Dabei wäre es ja eigentlich kein Problem: Das eigene Auto z. B. ist schließlich noch einer der wenigen Orte, an denen man ungestört und ganz legal rauchen kann, und eine stundenlange Observation einer Zielperson aus dem Wagen heraus wäre sicherlich für manche unserer Duisburger Privatermittler mit einer aromatisch rauchenden Pfeife angenehmer. Das Problem, das sich dabei stellt, ist jedoch ganz profan, denn um für den Klienten eine einwandfreie und erfolgversprechende Observation zu gewährleisten, sind zwei Dinge essentiell:

Zum einen natürlich das möglichst unauffällige Auftreten der Detektive: Bei einer Observation, beispielsweise bei Verdacht auf Lohnfortzahlungsbetrug im Krankheitsfall, ist es wichtig, dass der eingesetzte Ermittler unscheinbar bleibt, schließlich soll die Zielperson nicht merken, dass sie observiert wird. Ein möglichst unauffälliges Auftreten ist damit erste Pflicht – und so selten, wie Pfeifenraucher geworden sind, lässt sich beides leider nur sehr schlecht in Einklang bringen. Zum anderen erfordert das Rauchen einer Pfeife zwischendurch immer wieder ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit: Man hat oft mit den Händen zu tun, der Tabak will gestopft werden, ab und an vielleicht neu entzündet, und letztendlich versetzt einen das Rauchen der Pfeife in einen sehr entspannten Zustand, der vielleicht die nötige Reaktionsbereitschaft bei der Observation vermissen lässt – schließlich müssen unsere Privatdetektive aus Duisburg blitzschnell reagieren, wenn relevante Situationen entstehen, ein schnelles Foto schießen oder die Zielperson verfolgen. Eine Pfeife wäre dabei doch eher hinderlich.


Pfeiferauchen bei der Recherche im Detektivbüro? Aber ja!


Ganz anders sieht es jedoch im heimischen Detektivbüro aus: Man sagt der Pfeife nach, dass ihr Rauchen eine gewisse Atmosphäre der Ruhe und Entspannung schafft, die das Denken begünstigt und natürlich auch die Kreativität. Das wiederum können unsere Ermittler voll und ganz bestätigen! Detektivarbeit ist schließlich nicht nur Fleißarbeit und findet auch nicht ausschließlich auf der Straße statt. Wo lose Fäden zusammengesetzt und Zusammenhänge hergestellt werden müssen, ist Ruhe und Entspannung angebracht – und da leistet die Pfeife beste Dienste. So kommt es, dass tatsächlich der ein oder andere Privatdetektiv, auf jeden Fall zumindest bei unseren Ermittlern der Kurtz Detektei Duisburg, das entspannte Pfeifenrauchen nicht missen möchte.


Die Tabakspfeife im Detektivbüro: längst nicht mehr die Regel, aber auch keine Ausnahme.

Ausblick auf Teil 2 der Reihe „Detektive und Pfeife: der dänische Pfeifenbauer Poul Winsløw


Hochwertige Pfeifen werden in langwieriger Handarbeit hergestellt, und viele Pfeifenbauer sind wahre Künstler. Man muss sich nur einmal die unterschiedlichen Pfeifenarten, -formen und -farben, das verwendete Material und die verschiedenen Funktionsweisen genau anschauen, um zu sehen, welche minutiöse Arbeit dahinter steckt, teilweise mit filigranen Intarsien und mit viel Liebe zum Detail. Einige Pfeifenbauer sind wahre Ikonen ihres Fachs, extrem talentiert und Meister ihrer Handwerkskunst. Einer davon ist Poul Winsløw, ein Name, der den meisten Leuten, die bisher selten mit Pfeifen in Berührung gekommen sind, vielleicht gar nichts sagt – Anlass genug für die Kurtz Wirtschaftsdetektei Duisburg, um in Teil 2 unserer Reihe „Detektive und Pfeife“ einen wahren Meister des Pfeifenhandwerks zu würdigen!


Verfasser: Gerrit Koehler

Kurtz Detektei Duisburg

Auf dem Damm 112

47137 Duisburg

Tel.: 0203 3196 0052

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-duisburg.de

Web: https://www.kurtz-detektei-duisburg.de

Google: https://g.page/kurtz-detektei-duisburg

https://www.kurtz-detektei-duisburg.de/2015/12/14/detektive-und-pfeifen-teil-1-einführung-der-kurtz-detektei-duisburg-in-die-thematik/

Über die Arbeit von Detektiven in München: Radiointerview mit Patrick Kurtz – Teil 1

Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei München, gab der Reporterin Monika Werner im Sommer 2015 ein interaktives Radiointerview. Nachfolgend finden Sie eine Abschrift von Teil 1 dieses Beitrages.


Moderne Münchner Detektive: Pfeife und Sherlock Holmes?


Moderation: „Wenn Sie an Privatdetektive denken, was haben Sie da für ein Bild vor sich? Das Bild, das mir sofort vor Augen kommt, ist das von Sherlock Holmes mit Pfeife und Hut – ein komischer Hut war das damals, so eine karierte Kappe. Aber wie arbeiten Detektive heute und wie sehen sie aus? Monika Werner wollte das wissen und ist heute bei der Kurtz Privatdetektei München. Moni hat sich mit dem Chef in einem seiner Detektivbüros verabredet. Moni, wie sieht es denn dort aus?“

Monika Werner: „Schon ein bisschen nostalgisch. Man fühlt sich gleich hineinversetzt in einen Film mit Sherlock Holmes, denn am Schreibtisch haben Sie, Patrick Kurtz, eine Menge Pfeifen, um die 20 Stück – rauchen Sie die auch?“

Patrick Kurtz: „Ja, die rauche ich täglich. Ich bin Pfeifenraucher, seit ich 14 Jahre alt war.“

Monika Werner: „Ach nein! Und auch Sherlock Holmes-Fan? Wenn ich hier die Bücher sehe …“

Patrick Kurtz: „Die Geschichten haben mich schon immer interessiert. Das ist eine Faszination, die aus der Jugend heraus hineingegriffen hat in den Detektivberuf und die sicherlich auch die Berufswahl ein bisschen prägte.“


Müssen Privatdetektive körperlich fit sein?


Monika Werner: „Ansonsten passen Alter und Aussehen von Patrick Kurtz weniger. Ich schätze Sie um die 30, durchtrainiert – das sieht aus wie Muckibude?“

Patrick Kurtz: „Fitnessstudio ab und zu.“

Monika Werner: „Muss das sein als Detektiv oder wollen Sie das einfach?“

Patrick Kurtz: „Ich kenne viele Kollegen, die ein bisschen beleibter sind, von daher muss es wahrscheinlich nicht unbedingt sein.“

Monika Werner: „Aber es ist doch nicht schlecht, fit zu sein, wenn man jemandem als Privatdetektiv in München hinterherrennen muss – ist das schon vorgekommen?“

Patrick Kurtz: „Ja, das kommt vor, und in diesen Situationen ist Fitness hilfreich.“


Rechtskenntnisse sind das A und O für Detektive


Monika Werner: „Wenn man die Kurtz Detektei München erreichen will, dann am besten über das Internet. Dort findet man eine Telefonnummer. Treffen kann man Sie nicht so schnell? Da klären Sie vorher schon ein paar Fakten ab.“

Patrick Kurtz: „Ja, denn um einen Fall bearbeiten zu dürfen, muss ein berechtigtes Interesse gegeben sein. Wenn das vorhanden ist, können wir uns gern unter vier Augen treffen.“

Monika Werner: „Berechtigtes Interesse? Das müssen Sie mir mal übersetzen.“

Patrick Kurtz: „Das ist ein Begriff aus dem deutschen Recht, der relativ schwammig definiert ist. Er bedeutet letzten Endes, dass das Interesse an der Ermittlung durch unsere Detektive aus München größer sein muss, also das Interesse unseres Klienten, eine Ermittlung durchzuführen, als die schutzwürdigen Interessen desjenigen, der observiert bzw. gegen den ermittelt wird. Die Zielperson verfügt natürlich auch über Persönlichkeitsrechte, die zwangsläufig beeinträchtigt werden durch die Ermittlungen einer Detektei.“

Monika Werner: „Wo haben sie denn das dicke Paragraphenbuch? Unterm Kopfkissen? Denn damit müssen Sie ja absolut firm sein.“

Patrick Kurtz: „Die „Paragraphenbücher“ stehen im Bücherregal und wenn ich sie brauche, hole ich sie raus.“

Monika Werner: „Also wir bewegen uns hier in einer Grauzone. Mich interessiert als nächstes die Detektivausrüstung – was da erlaubt ist und wie es erlaubt ist. Ich kann sagen, ich habe schon einmal hineingelugt in den Rucksack – das wird spannend.“


Ohne Rechtskunde riskieren Detektive Beweisausschlüsse, Strafanzeigen und Schadenersatzklagen. Wer als Privatdetektiv in München arbeitet, muss seine Rechte kennen und wissen, wo die Grenzen liegen.


Detektivausrüstung | Technische Hilfsmittel von Privatdetektiven


Moderation: „Wir sind heute unterwegs mit Detektiven in München, genauer gesagt: Monika Werner, die immer dorthin kommt, wo wir nicht hinkommen, und glücklicherweise davon im Radio erzählt. Moni ist heute mit einem Detektiv unterwegs. Sie ist bei der Kurtz Detektei München. Da stehen Originalausgaben von Sherlock Holmes, ein Pfeifensortiment, Paragraphenbücher gibt es auch. Das hat sie uns schon erzählt. Aber was hat denn ein Detektiv an Ausrüstung dabei, wenn er zur Arbeit geht?“


Optische Hilfsmittel


Monika Werner: „Eine gute Kamera, eine Spiegelreflexkamera, und das entsprechende Teleobjektiv. In welchen Entfernungen können Sie knipsen?

Patrick Kurtz: „Bei freier Sicht – das kommt stark auf die Witterungsbedingungen an – sind 400 Meter überhaupt kein Problem.“

Monika Werner: „Haben Sie auch ein Stativ dabei? Wenn man sich mal irgendwo abschottet und dann die ganze Nacht wartet, wie man es in Kriminalfilmen sieht, und dann wird derjenige „abgeschossen“ mit der Kamera?“

Patrick Kurtz: „Ein Stativ wird bei Einsätzen mit schlechtem Licht genutzt.“

Monika Werner: „Was auch sein muss, ist ein kleines Fernglas? Das sieht schon ein bisschen nostalgisch aus.“

Patrick Kurtz: „Tatsächlich gehörte es schon meinem Ur-Großvater, vermutlich 30er Jahre von Carl-Zeiss.“


Verkleidung | Maskierung bei Detektiv-Einsätzen


Monika Werner: „Eine Maske? Ist das Ihr bitterböser Ernst? Und eine Perücke?“

Patrick Kurtz: „Die Maske kommt selten zum Einsatz, aber wenn man im Auto unterwegs ist und man nicht die Möglichkeit hat, regelmäßig die Ermittler zu wechseln, kann man sie durchaus verwenden, um der Zielperson nicht aufzufallen, weil die Maske natürlich das ganze Gesicht verändert.“

Monika Werner: „Eine Opa-Maske ist das übrigens.“


Einsatz von GPS-Technik durch Detektive


Monika Werner: „Und dann haben wir hier noch einen extra Koffer aus Plastik, ungefähr so groß wie ein Fotoapparat.“

Patrick Kurtz: „Das ist ein GPS-Tracker. Der ist in den meisten Zusammenhängen illegal, es gibt allerdings Ausnahmen. Beispielsweise wenn unsere Detektive aus München ein Fahrzeug als Zielobjekt haben, das unterschlagen worden ist, können wir da in vielen Fallkonstellationen einen Tracker anbringen, da es sich um das Eigentum des Klienten handelt.“

Monika Werner: „Also das ist ein Teil, das man an ein Auto anbringt und womit man dann über das Handy gucken kann, wo sich das Auto gerade befindet.“

Patrick Kurtz: „Genau: über Handys, Computer, Tablets – da gibt es verschiedene Möglichkeiten.“


Spurensicherung | Forensik | Spurensicherungskoffer


Monika Werner: „Dann haben wir hier noch einen Koffer?“

Patrick Kurtz: „Das ist mein Forensikkoffer. Damit können wir Spuren nachweisen und Spuren finden.“

Monika Werner: „Dann machen wir gleich mal einen Test: Ich mache Ihnen einen dicken, fetten Fingerabdruck auf die Schreibtischplatte. Also: Rußpulver drauf, dann schön verteilen mit einem feinen Pinsel – ganz weiche Federn – und das Ergebnis ist traumhaft.“

Patrick Kurtz: „Die Spur könnten wir nun mit einem Klebestreifen abnehmen oder genauer: Wir nehmen das Rußpulver ab, das den Fingerabdruck abbildet, kleben dann diese Folie auf einen Spurenträger und hätten die Spur somit gesichert.“


Gerichtsverwertbarkeit der Beweise unserer Münchner Detektive


Monika Werner: „Die Frage ist natürlich: Was wird anerkannt, wenn es darauf ankommt? Ist dieser Beweis auch für ein Gericht tauglich.“

Patrick Kurtz: „Wir bräuchten im besten Fall noch Zeugen. Im Allgemeinen ist es so, dass die Aussagen unserer Detektive aus München gerichtsverwertbar sind. Denn wir sind objektive Beobachter, unter anderem deshalb, weil es keine Erfolgshonorare gibt.“

Monika Werner: „Apropos Beobachter: Unser nächster Job ist eine Observation – da klinke ich mich jetzt mit ein.“


Teil 2 von „Moni unterwegs“ mit Patrick Kurtz


Den zweiten Teil des Interviews finden Sie hier.


Ein Beitrag von MDR 1 Radio.

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Sherlock Holmes und moderne Detektive: Radiobeitrag mit der Kurtz Detektei Bonn II


Im Radio-Magazin Mephisto 97.6 – Faustschlag“ war Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Bonn, zum Thema Sherlock Holmes und moderne Detektive zu hören – hier gibt es den zweiten Teil. Den ersten Beitrag finden Sie an dieser Stelle auf der Website unserer Bonner Detektive.


Einerseits geniale Detektive, andererseits Spiritismus?


Im schottischen Edinburgh wurde Arthur Conan Doyle 1859 geboren. Und auch wenn sich vieles aus den Holmes-Geschichten auf Doyles Biographie beziehen lässt, etwas scheint nicht hineinzupassen: Conan Doyle glaubte an Feen und Übernatürliches.

Maria Fleischhack: „Das kam nach dem Ersten Weltkrieg, weil er seinen Bruder sowie seinen ältesten Sohn verloren hatte und er da natürlich Hoffnung suchte, dass man mit den Geistern vielleicht noch kommunizieren kann. Das Interesse am Spiritismus war schon vorher da, in den 1880er Jahren war das Okkulte total en vogue. Gerade in Großbritannien und London gab es unheimlich viele Séancen; es wurde ganz viel versucht, mit Geistern zu kommunizieren. Doyle hatte ein riesengroßes Interesse; vorher hatte er auch viele Bücher dazu geschrieben und versucht, das Thema zu umreißen und wissenschaftlich zu erklären. Es heißt, er war immer schon Fan des Irrationalen, was natürlich wieder spannend ist, da er dann mit dem Detektiv Sherlock Holmes eine rein rationale Figur erschaffen hat.“


Ermitteln unsere Privatdetektive aus Bonn wie Holmes?


Wenn das Unmögliche eliminiert wurde, muss das, was übrig bleibt, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist, logischerweise die Wahrheit sein, stellt Sherlock Holmes in einer deutschen Verfilmung von 1983 fest. Und obwohl der Detektiv eine fiktive Figur ist, hat er auch die reale Welt beeinflusst. Methoden wie das Absperren des Tatorts sind heute Gang und Gäbe. Zu Zeiten Doyles waren sie das nicht. Scotland Yard hat sogar eine Datenbank nach dem Detektiv benannt, das „Holmes Office Large Major Enquiry System“, kurz „Holmes“. Ansonsten sind die Fälle aber kaum mit dem Alltag eines Detektivs in Bonn vergleichbar, relativiert Patrick Kurtz.

Patrick Kurtz: „Wir müssen natürlich beachten, dass es 120 Jahre her ist, dementsprechend haben sich viele Methoden überholt. Auch ist es bei uns so, dass die Fälle nicht so mysteriös sind, nicht so durchorganisiert, wie es in den Geschichten der Fall ist. Außerdem ist es größtenteils nicht die Einzelleistung eines Privatdetektivs, die zählt, sondern Teamarbeit. Von daher unterscheidet sich das schon stark.“


Sherlock Holmes  Meiringen
Manche Quellen behaupten, die Methoden des Roman-Detektivs Sherlock Holmes hätten direkten Einfluss auf die Kriminalistik genommen. Zumindest beziehen die Privatdetektive der Kurtz Detektei Bonn Inspiration aus Arthur Conan Doyles Werken.

Auch heute sollten Detektive etwas im Kopf haben


Nach wie vor müssen Detektive aber etwas im Kopf haben und damit auch ihre Erfinder. Das bestätigen sowohl der Bonner Privatdetektiv Patrick Kurtz als auch Anglistik-Dozentin Maria Fleischhack. Die Geschichten von Sherlock Holmes verraten eine Menge über ihren Autor, und auch deswegen gehört die Detektivfigur zu Arthur Conan Doyle – selbst wenn er das nicht so geplant hatte.

Maria Fleischhack: „Er hat bis 1929, also bis ein Jahr vor seinem Tod, weiter Geschichten geschrieben. Und er schrieb andererseits ein Vorwort zu der vorletzten Kurzgeschichtensammlung, in dem er sagt, dass er Sherlock Holmes einfach nicht mehr mochte, dass er etwas anderes machen musste, dass er sich aber doch wieder mit ihm versöhnt hat und das genoss. Es sei eigentlich so etwas gewesen wie eine reale Beziehung zu einem realen Menschen, also ein Auf und Ab. Zum Ende seines Lebens war er dann ziemlich versöhnt mit seiner Figur“, sagt Maria Fleischhack, Anglistik-Dozentin an der Universität Leipzig.

Über Arthur Conan Doyle wusste Christine Warnecke zu berichten.


Sherlock Holmes und moderne Detektive: Radiobeitrag mit der Kurtz Detektei Bonn I


Im Radio-Magazin Mephisto 97.6 – Faustschlag“ war Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Bonn, zum Thema Sherlock Holmes und moderne Detektive zu hören:


Der Detektiv Sherlock Holmes ist so populär wie eh und je


Anmoderation: „Sherlock Holmes: Im Rahmen seiner Abenteuer hat sich der eine oder andere ältere Zuhörer sicher bereits amüsiert, vor allem im Rahmen der Guy-Ritchie-Filme. Auch die hipstereske Jugend kennt diesen Mann dank einer nicht ganz unerfolgreichen BBC-Serie. Arthur Conan Doyle ist der geistige Vater des Detektivs, der es trotz aller Figürchen am Kulturhorizont bis in unsere Zeit geschafft hat. Doyle starb bereits vor 85 Jahren; das kann man sich gar nicht vorstellen. Gegen Ende seines Lebens stand er ein bisschen im Schatten seiner eigenen Figur. Christine Warnecke über das Leben des Schotten.“


„Tod“ und „Auferstehung“ des Vorzeige-Privatdetektivs


„Er fühlte sich ein bisschen überschattet und hat sich dann entschlossen, Holmes erst mal umzubringen. Es hat ihn emotional relativ kalt gelassen, dass Holmes gestorben ist“, resümiert Maria Fleischhack, Anglistik-Dozentin an der Universität Leipzig das Ende des berühmtesten Detektivs der Welt, Sherlock Holmes. Zugegeben, es ist nur eine erfundene Figur, aber eben eine sehr beliebte – schon damals im England des beginnenden 20. Jahrhunderts, wie sich anhand der Verkaufszahlen der Magazine sehen lässt.

Maria Fleischhack: „Als er Sherlock Holmes in Das letzte Problem umgebracht hat, kündigten mehrere Tausend Abonnenten ihre Abos, was für die Zeitschrift ein Riesenverlust war. Die Zahlen brachen weg und kamen dann natürlich mit der „Wiederbelebung“ in rauen Mengen zurück. Es waren dadurch sogar noch mehr, die sich ein Abo dieser Zeitschrift geholt haben und der Verlust hat sich dann wieder relativiert.“ In Das leere Haus lässt Doyle den Detektiv wieder auferstehen, weil die Leser es wollten. Und die Figur Holmes schlägt bis heute Wellen.


Auch die Kurtz Detektei Bonn wurde von Holmes inspiriert


Patrick Kurtz: „Ich bin Patrick Kurtz, in Bonn als Detektiv tätig. Sherlock Holmes hat im weitesten Sinne etwas mit meiner Tätigkeit bzw. mit meinem Werdegang zu tun, weil ich schon als 13-, 14-Jähriger die Romane bzw. Kurzgeschichten verschlungen habe, dementsprechend auch immer die Affinität zum Detektivberuf hatte und zu Sherlock Holmes im Allgemeinen. Ich bin dann dementsprechend zu dem Beruf gekommen und weiterhin auch Fan von Sherlock Holmes geblieben – das ist ganz klar.“

Anders als Patrick Kurtz, der Literatur studiert hat, war Doyle eigentlich Naturwissenschaftler. Er studierte Medizin und diente als Arzt in der Britischen Armee. Über den Burenkrieg von 1899 bis 1902 in Südafrika schrieb er ein Buch, für das er zum Ritter geschlagen wurde. Aus kolonialer Perspektive schildert er darin das Vorgehen der Briten gegen afrikanische Republiken. Nach dem Krieg arbeitete er als Augenarzt. Weil seiner Praxis aber die Patienten fehlten, schrieb er immer mehr Geschichten, erklärt Maria Fleischhack:

„Doyle hat Sherlock Holmes aus Spaß an der Freude erfunden, es also nicht groß geplant. Er wollte einfach seinen Professor Bell aus Edinburgh, bei dem er gelernt hatte, verewigen, hat sich daher verschiedene literarische Vorlagen genommen, so etwa Edgar Allan Poes Dupin. Daraus hat er Sherlock Holmes erfunden. Es wurde dann ein zweiter Roman in Auftrag gegeben und der kam besser an. Daraufhin hat das Strand Magazine, das gerade neu gegründet worden war, ihn gebeten, Populärgeschichten zu schreiben. Und so ist es dann gekommen, dass Sherlock Holmes seriell veröffentlicht wurde.“ Die Geschichten wurden bis heute mehrfach verfilmt und neu aufgelegt. Der Charakter des intelligenten, aber unangepassten und zeitweise zu Drogen greifenden Sherlock Holmes ist immer ähnlich.


Arthur Conan Doyle, ebooks
Arthur Conan Doyle inspirierte nicht nur die Detektive der Kurtz Detektei Bonn, sondern auch viele unserer Kollegen und unzählige weitere Literatur- und Filmbegeisterte – von 1887 bis heute!

Detektiv Holmes konnte nur so genial sein wie sein Erfinder


Maria Fleischhack: „Arthur Conan Doyle hat sich selbst eher in der Rolle des Assistenten, Doktor Watson, verewigt. Er ist sozusagen genauso beschrieben: Er war in der Armee, hat einen schönen Schnauzbart, und eine Liebe zu Frauen. Holmes ist so extrem intelligent, aber es braucht einen extrem intelligenten Menschen, um solche Geschichten zu schreiben. Und dadurch ist er im Geiste und im Hirn in Sherlock Holmes vertreten. In Watson ist er eher als Figur und biographisch vertreten, da er auch im Militär war, unterwegs war, die Welt gesehen hat, ein Patriot ist. Das ist schon ziemlich deutlich, und ansonsten merkt man einfach die Liebe zu Schottland. Da gibt es zum Beispiel Lauriston Gardens und die sind in Edinburgh. Er hat auch immer Teile seiner Kindheit nach London verpflanzt.“


Teil 2 des Beitrags über Arthur Conan Doyle


Den zweiten Teil dieses Beitrags über Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes finden Sie auf der Website der Kurtz Detektei Bonn an dieser Stelle. Wir möchten anmerken, dass sich die älteren Generationen sicherlich weniger an den Guy Ritchie-Filmen erfreut haben als an interessanten Kultproduktionen wie der 80er Serie mit Jeremy Brett und den Klassikern mit Basil Rathbone in der Hauptrolle als Sherlock Holmes.


Von Detektiv-Vorbildern: Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Frankfurt, im langen Interview – Teil 4


Für das Format „M19 – das lange Interview“ des Radiosenders Mephisto 97.6 unterhielt sich Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Frankfurt, eine Stunde lang mit Chefredakteurin Paula Drope über den Detektivberuf. Im vierten Teil geht es um fiktive Vorbilder für unsere Frankfurter Privatdetektive. Den dritten Teil über Observationen durch Detektive finden Sie hier.


Klischee: Haben Detektive Erzfeinde?


Paula Drope: „Ich komme nicht drum herum, ich muss noch eine Klischeefrage über Detektive stellen.“

Patrick Kurtz: „Ja, gerne.“

Paula Drope: „Haben Sie einen Erzfeind, wie er im Buche steht?“

Patrick Kurtz (lacht): „Nein. Nicht dass ich wüsste zumindest.“

Paula Drope: „Von einem Erzfeind muss man eigentlich wissen.“

Patrick Kurtz: „Nicht unbedingt. Vielleicht ist man ja der Erzfeind von jemanden, ohne es zu wissen und ohne dass der andere der eigene Erzfeind ist. Das könnte ich mir schon eher vorstellen.“

Paula Drope (lacht): „Damit sind wir auch schon bei Ihrem 2. Musikwunsch angekommen. Es handelt sich um den Song Madman von Peter Cornell. Warum haben Sie sich für dieses Lied entschieden?“

Patrick Kurtz: „Peter Cornell ist der Bruder von Chris Cornell. Chris Cornell gehört zu meinen liebsten Musikern überhaupt. Alle Projekte, die er jemals angefangen hat, bis auf ein Album, das er leider mit Timbaland produzierte, finde ich hervorragend. Durch Chris Cornell bin ich auf Peter Cornell gestoßen, der jetzt sein erstes Solo-Album rausgebracht hat. Ich glaube, das war im letzten Jahr, und zunächst nur als MP3-Download – er ist noch ein ganz Unbekannter. Schön, dass er es überhaupt verwirklichen konnte. Weil er so unbekannt ist und weil ich seine Musik trotzdem klasse finde, möchte ich das hier gerne abspielen lassen.“

Paula Drope: „Madman von Peter Cornell.“



Detektiv-Stereotypen | Stichwort: Sherlock Holmes


Paula Drope: „Hallo zurück zu M19, dem langen Interview bei Mephisto 97.6. Mein Gast, der Detektiv Patrick Kurtz, und ich sprechen schon die ganze Zeit über das Leben als Privatdetektiv in Frankfurt. Jetzt müssen wir mal zu den Vorbildern kommen und wer könnte da ein größeres Vorbild sein als Sherlock Holmes und letztlich seine vielen Romannachfolger? Haben Sie auch so ein Vorbild für den Detektiv-Beruf? Ist Sherlock Holmes das Vorbild?“

Patrick Kurtz: „Er ist auf jeden Fall mein liebster fiktiver Detektiv. Ich habe eine ganze Menge Memorabilia im Büro, also Gesamtausgaben auf Englisch und auf Deutsch, einen Pfeifenständer mit Sherlock Holmes-Emblem, Bilder, natürlich DVDs und Blu-rays, CDs, Hör-CDs – alles Mögliche.“

Paula Drope: „Wenn man sich diese Romanfiguren einmal anguckt: Da gibt es zum einen diesen Pfeife rauchenden Detektiv – Sie selbst rauchen Pfeife, seit Sie 14 sind, haben Sie vorhin erzählt –, der Trenchcoat trägt im nebligen London, und auf der anderen Seite den alleinstehenden, groben, Whisky trinkenden Detektiv aus der Bronx. Haben Sie mit diesen Stereotypen dann vielleicht doch etwas gemeinsam?“

Patrick Kurtz: „Also mit den amerikanischen Stereotypen über Privatdetektive eher weniger. Mit den britischen, also gerade Sherlock Holmes, schon eher, weil ich eben auch viel in meinem Ohrensessel sitze, Pfeife rauche und dabei gerne ein Buch lese. Allerdings spiele ich Gitarre, nicht Violine [lacht]. Es gibt schon ein paar Schnittpunkte, die sich allerdings in der tatsächlichen Arbeit nicht so wahnsinnig widerspiegeln, weil Sherlock Holmes ja doch über das Genialische kommt, über Schlussfolgerungen, die bei uns gar nicht notwendig sind, weil sich die Fälle ganz anders gestalten. Weil wir nicht Mysterien lösen müssen, sondern es sich größtenteils um Dinge handelt, die durch unsere Detektive in Frankfurt zu beobachten sind.“

Paula Drope: „Wirken Sie auf Ihre Mitarbeiter in Ihrem Detektivbüro manchmal einen Tick exzentrisch?“

Patrick Kurtz: „Das kann ich Ihnen nicht sagen, das müsste ich sie fragen oder besser: Sie müssten sie fragen.“


Sherlock Holmes-Pfeifenständer der Firma Peterson im Büro der Detektei Kurtz. Einige Klischees, die sich über Detektive im Umlauf befinden, treffen auf unsere Ermittler der Kurtz Detektei Frankfurt und auch auf viele andere Kollegen zu.

Tipps aus der Fiktion für den Berufsalltag als Privatdetektiv?


Paula Drope: „Was von diesen Detektiv-Bildern ist denn eher nicht realistisch?“

Patrick Kurtz: „Vor allem das des Detektivs als Einzelkämpfer. Das ist heute einfach kaum noch machbar, weil man, wie vorhin schon angesprochen, Beziehungen zu Behörden und vielen anderen Ansprechpartnern braucht – und natürlich zu den Kollegen. Ohne die geht es nicht.“

Paula Drope: „Sie haben gerade schon gesagt, Sie haben Sherlock Holmes in allen möglichen Ausführungen bei sich im Büro stehen. Sie sind großer Fan, würde ich mal behaupten wollen?“

Patrick Kurtz: „Ja.“

Paula Drope: „Haben Sie aus diesen Büchern vielleicht auch etwas gelernt und evtl. schon Dinge für Ihren Alltag als Detektiv in Frankfurt übernehmen können?“

Patrick Kurtz: „Ich denke, als Jugendlicher habe ich dem sehr viel entnehmen können. Gerade was logisches Denken, was Problemlösungen angeht. Vermutlich eher unterbewusst. Also es ist nicht so, dass ich mir, als ich tatsächlich Detektiv geworden bin, Sherlock Holmes-Bücher angeschaut und nachgeguckt habe, was ich davon übernehmen könnte. Ich habe das teilweise versucht bei der Sherlock-Darstellung von Benedict Cumberbatch, bin da allerdings an meine Grenzen gestoßen [lacht]. Ich denke, unterbewusst schaut man sich schon etwas ab, aber bewusst habe ich mir nichts rausgepickt.“

Paula Drope: „Lesen Sie auf der anderen Seite auch gerne mal so einen schwedischen Krimi?“

Patrick Kurtz: „Bislang eher weniger. Das steht auf meiner Liste, aber bin ich noch nicht oft dazu gekommen.“

Paula Drope: „Aber würden Sie generell schon noch machen?“

Patrick Kurtz: „Ja, klar – wenn ich Zeit habe. Ich habe nicht viel Zeit.“


Kurtz Detektei Frankfurt am Main

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Über den Detektiv-Roman: Krimis aus Katalonien


In diesem Beitrag untersucht die Kurtz Detektei Trier und Luxemburg den Detektiv- bzw. Kriminalroman und seine Geschichte in Katalonien, Spanien. Die autonome Gemeinschaft Catalunya (deutsch Katalonien) mit ihrer Hauptstadt Barcelona (siehe Detektive in Barcelona*) gilt als traditionsbewusst, kulturell ertragreich und mit der Costa Brava und den zu Katalonien gezählten Balearischen Inseln das Touristenziel schlechthin. Zudem ist sie die wirtschaftlich bedeutendste Region Spaniens, weit weniger kriminell als der spanische Süden und dennoch Standort für viele Detektive (gerade in Barcelona).


Aufstieg des Detektiv-Romans – auf Englisch und Französisch


Der Kriminalroman, wie wir ihn heute kennen – von Agatha Christie und Ross Macdonald über Simenon und Chester Himes bis zu Giorgio Scerbanenco und Manuel Vázquez Montalbán –, ist das Produkt einer Genreevolution, die mit der Industrialisierung in Frankreich nach der Französischen Revolution und im viktorianischen England begann. Zwar hatte es zuvor bereits prominente Vertreter gegeben, die über Ermittler schrieben, deren Ähnlichkeit mit der Arbeit unserer heutigen Detektive in Luxemburg und Trier gar nicht so gering ist (bspw. Dupin bei Edgar Allan Poe). Doch die echte Etablierung des Genres erfolgte erst mit Sherlock Holmes und im Anschluss an den Ersten Weltkrieg in den USA mit zahlreichen bis heute berühmten Detektiven. Zu nennen wäre beispielhaft Dashiel Hammett – ein Autor, der Kriminalerzählungen populär machte, die institutionalisierte Gewalt und die industrielle Gesellschaft thematisierten und kritisierten. In den Vereinigten Staaten entwickelte sich der Detektiv-Roman so zu einer höchst beliebten Gattung.

Dementsprechend war der Großteil der Kriminalliteratur bis weit in das 20. Jahrhundert hinein nur in zwei Sprachen verfasst: Englisch und Französisch (übrigens ist die Seite der Kurtz Detektei Luxemburg und Trier auch auf Französisch abrufbar). Die meisten minorisierten Sprachen erlebten aufgrund der fehlenden Industrialisierung ihrer Verlagsproduktion deutliche Schwierigkeiten, im Detektiv-Genre Fuß zu fassen. Im Katalanischen vergrößerten sich diese Probleme zusätzlich noch dadurch, dass Bestseller normalerweise nur auf Spanisch veröffentlicht wurden und katalanische Werke lange verboten waren.


Der katalanische Detektiv-Roman etabliert sich


Der tatsächliche Startschuss für den katalanischen Detektiv-Roman, wie ihn unsere Privatdetektive aus Trier an dieser Stelle untersuchen wollen, wurde in der frankistischen Nachkriegszeit abgegeben und ist Rafael Tasis (1906-1966) zu verdanken, der in drei Werken einen Kult um Kommissar Vilagut und den Journalisten Caldes schuf. Außerdem sorgte er für einige der besten Übersetzungen auf diesem Gebiet.

Ihm folgte mit Manuel de Pedrolo (1918-1990) ein weiterer wichtiger Kriminalschriftsteller. Er gilt als avantgardistischer Literat, Liebhaber von Kriminalliteratur und glühender Verfechter der Normalisierung der Lektüre auf Katalanisch, die nicht zuletzt unter Franco und seiner Hispanisierung unter einem schlechten Stern stand. Im Feld  der Detektivromane veröffentlichte er L’inspector arriba tard (1960, „Der Inspektor kommt zu spät“), Joc Brut (1965, „Brutales Spiel“) und Mossegar-se la cua (1968, „Im Kreis drehen“). Zudem übersetzte er zahlreiche Bücher ins Katalanische. Pedrolo spielte außerdem eine wichtige Rolle als Impulsgeber im katalanischen Literaturgeschäft; so veröffentlichte er in seiner Sammlung La Cua de Palla (1963-70, „Der Strohhalm“) erstmals sämtliche bis dahin erschienenen Klassiker der Kriminalliteratur auf Katalanisch, die meisten stammten im Original aus dem Englischen und waren vielfach Vorbild für die Tätigkeit unserer Detektive in Luxemburg*, aber auch Werke von Simenon und von Pedrolo selbst zählten zur Sammlung.


Sagrada Familia mit Baukränen bei Nacht; Kurtz Detektei Trier, Detektiv Trier, Privatdetektiv Luxemburg
Die Sagrada Familia in Barcelona gehört zu den berühmtesten Bauwerken Europas und verkörpert neben vielem anderen die kulturelle Vielfalt der Region Katalonien, in der auch die Detektive der Kurtz Detektei Luxemburg und Trier bereits tätig waren.

Neue Impulse nach Francos Tod | Ofèlia Dracs


Im neuen soziokulturellen Kontext der 70er Jahre nach dem Tod Francos griff Jaume Fuster (1945-1998) erneut auf die katalanische Sprache bei der Publikation von Detektiv-Romanen zurück. In den 80ern erschienen dann endlich aufgrund der neuen Möglichkeiten im Land mehr Romane denn je rund um das Thema Detektive in Barcelona, Katalonien oder auch andernorts, sei es übersetzt aus anderen Sprachen oder direkt auf Katalanisch verfasst. Zu Jaume Fuster und seinem Literaten-Kollektiv Ofèlia Dracs stießen alle bedeutenden katalanischen Autoren jener Zeit hinzu, auch aus anderen Genres, darunter Josep Maria Palau, Maria Antònia Oliver, Antoni Serra, Margarida Aritzena, Isabel-Clara Simó und andere. Zu diesem Kollektiv gehörten aber natürlich ebenso Schriftsteller, die sich einzig der Kriminalliteratur verschrieben hatten, so wie Ferran Torrent, Andreu Martin, Albert Draper und Magi Rosselló.

Die Gruppe zeichnete außerdem dafür Verantwortung, dass Übersetzungen beliebter Klassiker wie Edgar Allan Poe, Arthur Conan Doyle mit seinem Sherlock Holmes, Agatha Christie, Simenon und vieler weiterer ins Katalanische erfolgten und veröffentlicht wurden. Darüber hinaus inspirierten natürlich all diese neuen Übersetzungen nicht nur unsere Detektive in Trier, sondern vor allem weitere Detektiv- und Kriminalromane, die sich unter anderem auch in der erweiterten Ausgabe von La Nova Cua de Palla („Der neue Strohhalm“) wiederfinden.


Verfasserin: Maya Grünschloß

Kurtz Detektei Trier und Luxemburg

Güterstraße 55a

D-54295 Trier

Tel.: +49 (0)651 2094 0060

E-Mail: kontakt@kurtz-detektei-luxemburg.com

Web: https://www.kurtz-detektei-luxemburg.com

Originalbeitrag: https://www.kurtz-detektei-luxemburg.com/2015/11/05/über-den-detektiv-roman-krimis-aus-katalonien/

Über die Detektiv-Ausbildung: Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Potsdam, im „Langen Interview“ – Teil 2.2


Für das Format „M19 – das lange Interview“ des Radiosenders Mephisto 97.6 unterhielt sich Patrick Kurtz, Inhaber der Kurtz Detektei Potsdam und Brandenburg, eine Stunde lang mit Chefredakteurin Paula Drope über den DetektivberufIn diesem Teil geht es vor allem um die Ausbildung zum Privatdetektiv in Potsdam und ganz Deutschland. Den ersten Teil über typische Detektiv-Klischees finden Sie hier. Teil 2.1 gibt es hier.


Detektiv-Ausbildung in Berlin: SAB und ZAD


Paula Drope: „Hallo zurück zu M19, dem langen Interview bei Mephisto97.6. Mein heutiger Gast, Patrick Kurtz, ist der Inhaber der Potsdamer Privatdetektei Kurtz. Nachdem wir schon über den Beruf des Privatdetektivs gesprochen haben, reden wir jetzt über Sie, Herr Kurtz, und darüber, wie Sie zu diesem Beruf gekommen sind. Sie haben zuerst Psychologie, Komparatistik, Germanistik und provinzialrömische Archäologie studiert. Wieso haben Sie sich nach dieser ganzen Fächerkombination für den Beruf des Privatdetektivs in Potsdam entschieden. Das klingt für mich so ein bisschen, als wäre da evtl. etwas wie Sherlock Holmes im Spiel gewesen?“

Patrick Kurtz: „Also es war nicht in der Reihenfolge, sondern ich habe mich zwischendrin für den Beruf des Detektivs entschieden. Ich habe das eine Weile gleichzeitig gemacht, Studium und Detektivberuf, bis es nicht mehr funktionierte, weil der Zeitaufwand einfach zu groß geworden ist. Ich bin zum Detektivberuf gekommen, weil ich mal zwischen zwei Studiengängen viel zu viel Zeit hatte – ich musste ein Jahr überbrücken, da die Bewerbungsfrist nicht mehr einzuhalten war.

Dementsprechend habe ich mir überlegt, was ich machen kann in dieser Zeit, und habe dann gesehen, dass der Beruf von einem jetzigen Konkurrenten im Detektiv-Gewerbe als Praktikum angeboten und ziemlich gut vergütet wurde – zumindest laut seiner Anzeige. Ob sie wirklich echt war, da zweifle ich bis heute dran, und dementsprechend habe ich anschließend überlegt, nachdem ich mich dort erst beworben hatte und abgelehnt worden bin (ohne Begründung), dass ich das ja auch selbst machen könnte. Die Überlegung dahinter: Wenn man da als Praktikant gut Geld verdienen kann, dann kann man das sicherlich auch, wenn man selbstständig ist, und dementsprechend machte ich mich schlau, wie man in Deutschland Detektiv wird.

Ich habe dann festgestellt, eigentlich kann das jeder machen, der ein sauberes Führungszeugnis hat – jeder kann das Gewerbe anmelden und sich dann Detektiv nennen. Das ist leider ein großes Problem bei uns in der Branche, dass man keine Ausbildungsstandards hat, weil es dadurch viele Leute gibt, die ohne Rechtskenntnisse und ohne Sachkenntnisse in diesen Beruf einsteigen. Ich habe eine andere Schiene gewählt, indem ich eine Ausbildung zum Detektiv absolvierte, genauer zum IHK-zertifizierten Detektiv in Berlin – an der Sicherheitsakademie. Es ist ein sechsmonatiger Schul-/Studiengang, mit dem man das IHK-Zertifikat erwirbt – im Vollzeit-Präsenzunterricht. Da lernt man eine Menge Leute kennen, unter anderem jede Menge interessanter Kollegen. Man kann Kontakte knüpfen und kommt mit Vorwissen in den Beruf, was ganz entscheidend wichtig ist.“


IHK-Zertifizierung für Privatdetektive


Paula Drope: „Die Industrie- und Handelskammer bietet tatsächliche eine Detektivausbildung an?“

Patrick Kurtz: „Die bieten das nicht selbst an, sondern die Sicherheitsakademie in Berlin bzw. auch die Zentrale Ausbildungsstelle für Detektive im Fernstudiengang – diese beiden Schienen gibt es: einmal im Fernlehrgang und einmal im Präsenzunterricht vor Ort. Am Ende kommt dann die IHK und sagt, wenn sie das alles durchgezogen haben, wenn sie ihre Prüfungen dort bei der Sicherheitsakademie oder bei der ZAD absolviert haben, dann überreichen wir Ihnen das IHK-Zertifikat als Berufsfachkraft Detektiv.“

Paula Drope: „Und wie genau sieht der Unterricht aus? Das wird ja sicherlich mehr sein als Spurenlesen, vielleicht auch noch Recht oder so etwas?“

Patrick Kurtz: „Recht ist ganz entscheidend. Es war das Wichtigste an diesem Unterricht, dass man hinterher ganz genau weiß, was man machen darf als Detektiv und was nicht. Wichtig war auch, dass man mal Praxis bekommt. Das kam leider ein bisschen kurz, aber wir haben uns dort immerhin eine Woche mit Observationen im Feld beschäftigt und die Grundlagen wiederum in der Klasse gelernt mit verschiedenen Büchern, u.a. gibt es da von Glitza ein ganz hervorragendes Buch als Observationsanleitung für Behördenmitarbeiter und private Detektive. Das haben wir durchgearbeitet und ansonsten, ja, Spurenlesen war auch teilweise dabei, ebenso technische Aspekte wie Lauschabwehr oder auch IT-Forensik. Ein relativ breites Spektrum, das wir da abgedeckt haben.“

Paula Drope: „Und das alles in 6 Monaten?“

Patrick Kurtz: „Das alles in 6 Monaten. Gut, man hat 8 Stunden pro Tag, da kann man auch ein bisschen was unterbringen.“


Das Sichtbarmachen und Analysieren von Fingerabdrücken gehört zu den technischen Grundlagen einer professionellen Ausbildung zum Privatdetektiv in Potsdam und der ganzen BRD.

Kriminalistik-Studium als Einstieg in den Detektiv-Beruf?


Paula Drope: „Man kann ja nicht nur eine Detektiv-Ausbildung machen, man kann ja auch etwas in die Richtung studieren, nämlich Kriminologie. War das jemals eine Option für Sie?“

Patrick Kurtz: „Kriminologie geht eigentlich gar nicht so sehr in diese Richtung, da sie die Wissenschaft der statistischen Erfassung von Kriminalität ist. Kriminalistik ginge eher in unsere detektivische Richtung. Ich bin nicht ganz up to date, aber ich glaube, da gibt es nur einen Studiengang in Hamburg und der ist ziemlich teuer, ich meine, 32.000 € oder etwas in der Größenordnung. Es wäre auf jeden Fall ein großer finanzieller Aufwand gewesen, Kriminalistik zu studieren, weil es leider seit Anfang/Mitte der 90er in Deutschland kein Kriminalistikstudium mehr gibt, zumindest kein staatliches.“

Paula Drope: „Aber hätte es Sie gereizt?“

Patrick Kurtz: „Ja, das mit Sicherheit. Ich denke, das würde sehr viele Leute reizen und es würde auch den Standard der Verbrechensaufklärung oder der Detektiv-Aufklärung im Allgemeinen in Deutschland deutlich erhöhen, wenn wir wieder mehr Fachkräfte hätten, mehr Diplomkriminalisten, wie das früher der Fall war. Aber leider hat die Politik entschieden, das abzuschaffen, und bislang gibt es auch keinen Ersatz dafür.“


Eigenschaften erfolgreicher Detektive


Paula Drope: „Sie haben ja schon gesagt, letztlich kann jeder Detektiv werden. Aber um ein guter Detektiv zu werden, was für Eigenschaften gehören dazu. Sagen wir mal, neben einer guten Auffassungs- und Kombinationsgabe?“

Patrick Kurtz: „Ja, das Geistige ist auf jeden Fall sehr, sehr wichtig für unsere Privatdetektive in Potsdam. Man sollte ein bisschen was im Kopf haben und man sollte reagieren können auf unterschiedliche Situationen. Man sollte flexibel sein, man muss Lösungen finden können. Das heißt, wenn man einen schwierigen Fall hat und dann einfach nur davor steht und nicht so richtig weiter weiß, dann ist man nicht geeignet. Wenn man mal nicht weiter weiß, was auch mir in der Anfangsphase passiert ist, dann muss man wissen, an wen man sich wenden kann, wen man fragen kann, wer erfahren ist, wer einem weiterhelfen kann und man muss natürlich auch mit Klienten umgehen können.

Ein Teil der Arbeit ist natürlich, dass man Aufträge akquiriert. Es ist auch wichtig, dass man im Berichtswesen fest im Sattel sitzt, das heißt, Rechtschreibung und Grammatik sollten stimmen. Man muss auch genau festhalten können, was man beobachtet hat, man muss es mit Worten beschreiben können, weil die Berichte ja in vielen Fällen gerichtlich verwertet werden. Wenn man da eine lapidare Beschreibung abliefert, ist das schlecht, dann kann sich der Richter nichts darunter vorstellen. Und dann werden die Ermittlungsberichte relativ schnell wertlos.“


Wie wird man zum Privatdetektiv?


Paula Drope: „Das ist jetzt schon eine ganze Menge an Eigenschaften, die Sie als Detektiv in Potsdam mitbringen müssen. Wann haben Sie die denn an sich entdeckt? Gab es da ein bestimmtes Ereignis, bei dem Sie gesagt haben, ich kann das?“

Patrick Kurtz: „Hmm, nein. Ich habe da nie an mir gezweifelt. Ich habe mir von Anfang an gedacht, dass ich das kann, und habe es dann auch bestätigt gefunden.“

Paula Drope: „Wie sind Sie denn darauf gekommen, mit dem Detektiv-Sein anzufangen?“

Patrick Kurtz: „Wie gesagt: durch dieses Praktikum, das damals ausgeschrieben war. Die Prägung zum Privatdetektiv, die hatte ich schon vorher, z.B. durch Detektiv-Romane, vor allem durch Sherlock Holmes. Schon in der Jugend mit 13/14 habe ich diese Geschichten gelesen und geliebt, mich immer damit beschäftigt und dementsprechend … Ich bin auch, schon seit ich 14 war, Pfeifenraucher und dementsprechend hat das alles sehr gut ineinander gepasst. Die Rädchen haben sich ineinander gefügt.“


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