Der Privatdetektiv in der Literatur – Teil 5 | Arthur Conan Doyle und Sherlock Holmes: Die Rückkehr


Schritt 1 der Rückkehr: Ein Theaterstück hält den Meisterdetektiv am Leben


Im letzten Teil unserer Reihe „Der Privatdetektiv in der Literatur“ hatte uns der grosse Arthur Conan Doyle im Schockzustand zurückgelassen: Am Ende von Das letzte Problem (The Final Problem) von 1893 stürzt Holmes mit seinem Erzfeind Professor Moriarty die Reichenbachfälle hinunter – Sherlock Holmes ist tot, Rückkehr (scheinbar) ausgeschlossen! Doyle hat keine Lust mehr auf den grössten aller Detektive, er schreibt lieber Abenteuerromane und zieht es anscheinend sogar vor, im Krieg zu dienen, statt sich weiterhin mit unserem Helden zu befassen.

Wundervolle und durchaus ebenfalls erfolgreiche Werke entstehen zwar in dieser Zeit, der Meisterdetektiv indes spielt darin keine Rolle mehr. Die Fans sind betrübt und verlangen nach mehr Abenteuern ihres Helden. Und tatsächlich bleiben ihre Rufe nicht ganz unerhört: Charles Frohman, amerikanischer Theaterproduzent, weiss offenbar ganz genau, wie er Conan Doyle für sich gewinnen kann, denn dieser hatte schon immer Ambitionen, ein Theaterstück zu schreiben. Dieses wollte ihm Frohman nun ermöglichen, nur: Mit Sherlock Holmes müsse es sein! Und tatsächlich, Conan Doyle beisst an: Im November 1899 feiert Sherlock Holmes Premiere, ein Theaterstück, das Doyle zusammen mit dem Autor und Hauptdarsteller William Gillette auf die Bühne bringt. Auch wenn der grösste Teil der Arbeit tatsächlich Gillette zukommt, muss Doyle anerkennen, dass Sherlock Holmes nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Das Stück ist für über 20 Jahre sowohl in den USA als auch in Grossbritannien ein Riesenerfolg, und die Performance von Gillette als Holmes mit Deerstalker-Mütze und Cape wird stilprägend, ebenso die für das Theaterstück neu eingebrachten Worte „Elementary, my dear Watson!“ und die Calabash-Pfeife (siehe auch unsere Beiträge zum Thema „Detektive und Pfeifen“). In der Londoner Aufführung mit Gillette spielt 1903 übrigens auch ein 13-jähriger Bursche, der sich zu einer Ikone der Filmkunst entwickeln sollte: der junge Charlie Chaplin.


Holmes-Darsteller William Gillette war mit den weltweiten Aufführungen des Stücks so erfolgreich, dass er sich sogar ein sehr eigentümliches burgartiges Haus in Connecticut bauen lassen konnte: „Gillette Castle“ (ursprünglich „Seventh Sister“). 

Schritt 2 der Rückkehr: „Der Hund der Baskervilles“


Das Stück ist in aller Munde und wird einige Jahre später (1916) sogar verfilmt (2014 wiederentdeckt, anschliessend restauriert und seit 2015 in unregelmässigen Abständen online abrufbar). Doch trotz des immensen Erfolgs von Sherlock Holmes will sich Doyle zu Beginn des Jahrhunderts noch immer nicht wieder so richtig auf seinen Helden einlassen: Ein kurzer Ausflug in die Politik und ein längerer in den Burenkrieg fesseln ihn erst einmal mehr. Doch kurz darauf erkrankt Doyle an Typhus und reist zur Erholung nach Norfolk, wo ihm Erzählungen vom Mythos eines Geisterhundes, der eine altehrwürdige, reiche Familie heimsucht, zu Ohren kommen. Wäre so etwas nicht auch etwas für unseren alten Freund Sherlock Holmes? Das Theaterstück mit Gillette spielt chronologisch vor den Ereignissen aus Das letzte Problem und knüpft daher nicht an die Ereignisse an den Schweizer Reichenbachfällen an. Dieses Prinzip, so denkt sich Doyle, öffnet vielleicht ein paar Türen, Holmes doch wieder Leben einzuhauchen, ohne ihn tatsächlich von den Toten auferstehen lassen zu müssen. Nur wenig später ersinnt er eine Geschichte, die ihm genau dies ermöglicht und zugleich sein grösster Erfolg werden soll: Der Hund der Baskervilles (The Hound of the Baskervilles).

Ein paar Jahre vor den Ereignissen aus Das letzte Problem einsetzend, ist es diesmal ein lange Zeit übernatürlich anmutendes, stimmungsvolles und düsteres Abenteuer, das den Meisterdetektiv umtreibt und bis heute das wohl bekannteste Werk um Sherlock Holmes darstellt. Auch hier ist wieder das Strand Magazine dankbarer Abnehmer: Nachdem Doyle seine genialische Figur in Das letzte Problem sterben lassen hatte, kündigten mehrere Tausend enttäuschte Kunden ihre Abonnements und brachten die Zeitschrift somit an den Rand des Ruins. Ohne ihr „Zugpferd“ brachen die Zahlen weg und für acht Jahre schlug sich das Magazin mehr schlecht als recht, ohne wirkliche Knaller zu produzieren – da kommt ein neues Sherlock-Holmes-Abenteuer natürlich sehr gelegen und man geht auf Doyles Gehaltsforderungen sofort ohne Widerspruch ein. Wie damals üblich wird Der Hund der Baskervilles von August 1901 bis April 1902 zunächst als Fortsetzungsroman veröffentlicht, um dann einen Monat vor Veröffentlichung des dritten und letzten Teils (ganz pfiffig!) als komplettes Buch in den Schaufenstern zu liegen. Der Roman schlägt ein wie eine Bombe, und die Leser wollen mehr! Der Druck auf Doyle wird immer grösser und schliesslich muss er sich eingestehen, dass die Geschichte von Sherlock Holmes vielleicht besser doch noch nicht zu Ende erzählt ist, wie die Kurtz Detektei Zürich und Schweiz nachfolgend berichtet. Doch zunächst ein Trailer zum restaurierten Stummfilm Sherlock Holmesvon 1916:


 

Schritt 3 der Rückkehr: Die Wiederauferstehung | Lazarus aus der Schweizer Wasserkaskade


Das Strand Magazine macht Doyle ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann, und er macht sich ans Schreiben. Bereits im September 1903 kommt der von Fans und Lesern in aller Welt so lang herbeigesehnte Moment: In Das leere Haus (The Adventure of the Empty House) lässt Doyle den grössten Detektiv aller Zeiten wiederauferstehen – und zwar wortwörtlich. Doyle entschliesst sich, nicht einfach weitere Fälle von Holmes aus der Zeit vor den Ereignissen an den Reichenbachfällen niederzuschreiben, sondern spinnt eine extrem spannende und reizvolle Geschichte, die die Handlung weitererzählt, ohne unglaubhaft oder überkonstruiert zu wirken:

Drei Jahre sind seit dem Verschwinden von Sherlock Holmes vergangen, und Dr. Watson, noch immer fasziniert von Kriminalfällen, ist wie eh und je an einem Mordschauplatz zugegen. Er trifft auf einen älteren deformierten Büchersammler, der im weiteren Verlauf der Handlung seine Identität als totgeglaubter Sherlock Holmes enthüllt! Dieser habe sich drei Jahre zuvor nach dem Zweikampf gegen Moriarty an den Meiringer Reichenbachfällen mit letzter Kraft retten können und daraufhin sein Ableben vorgetäuscht, um seinen Feinden zu entkommen. Die darauffolgenden Jahre habe er inkognito mit Forschungsreisen in die entlegensten Winkel der kriminellen Unterwelt verbracht, bis ihn die Ereignisse um den jetzigen Mord wieder nach London zurückführten, um dort das Verbrechernetzwerk Moriartys endgültig zu zerschlagen.


Der von Sidney Paget erstaunlich akkurat gezeichnete Reichenbachfall in der Nähe der ebenfalls weltbekannten Aareschlucht im Berner Oberland war der Schauplatz von Holmes‘ fulminantem Scheinableben. 

Die Rückkehr des Sherlock Holmes – ein rundum lohnendes Geschäft für Autor, Verlag und Leser


Da ist er also wieder, nach zehn Jahren Abstinenz. Doyle bringt Holmes zurück, weil die Leser es so wollen und nach der „Wiederbelebung“ konsequenterweise in rauen Mengen zurückkehren. Für das Strand Magazine werden es dadurch sogar noch mehr Abonnenten als zu Holmes‘ „erster“ Lebenszeit, sodass sich der Verlust aus den Jahren seiner Abstinenz schnell wieder relativiert. Ein sehr lohnendes Geschäft für das Magazin und natürlich auch für Doyle. Bis Dezember 1904 folgen weitere zwölf Kurzgeschichten, 1905 werden sie wie üblich in einem Sammelband, Die Rückkehr des Sherlock Holmes (The Return of Sherlock Holmes), zusammengefasst.

War es das jetzt wirklich – die Kriegskasse Arthur Conan Doyles hatte sich durch die neuen Veröffentlichungen prächtig gefüllt – oder hat der Autor auch rein literarisch wieder Lust auf seinen Helden bekommen? Nun ja, zumindest sollte es eine so lange Pause wie in den Jahren zuvor in der Tat erst einmal nicht mehr geben – elementary! Doyle hat offenbar seinen Frieden mit Sherlock Holmes geschlossen und macht sich nun weiter ans Werk – doch dazu kommende Woche mehr im nächsten Teil unserer Reihe.


Verfasser: Gerrit Koehler

 

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Millionenbetrügereien mittels Scheinfirmen: Detektei in Leverkusen* ermittelt gegen gewerbliches Betrugsnetz


Schuldnerermittlung nach Eingehungsbetrug


Ein gerichtlicher Schuldtitel in sechsstelliger Höhe, Gesamtschäden im Millionenbereich – das waren die Voraussetzungen, unter denen unsere Detektei in Leverkusen* von einer ortsansässigen Firma kontaktiert worden war. Dieses Unternehmen hatte sich auf diverse seriös wirkende Warenlieferungsgeschäfte mit einem Herrn Loope eingelassen, der eine erfolgreiche Vita und zahlreiche gut laufende Firmen aufzuweisen hatte. Der Auftraggeber zahlte den größten Teil der Rechnungssumme im Voraus, doch zu einer Warenlieferung kam es nie, denn angeblich sei Herrn Loopes Firma insolvent gegangen; ein entsprechender Insolvenzantrag lag tatsächlich vor.

Das geschädigte Unternehmen sah sich klar als Opfer eines perfiden Einlassungsbetruges, auch Eingehungsbetrug genannt. Diese Betrugsform liegt vor, wenn entweder Leistungen bzw. Waren bestellt werden, obwohl der Besteller von Anfang an weiß, dass er diese nicht bezahlen kann bzw. will, oder wenn man Zahlungen vereinnahmt für Leistungen bzw. Waren, die man bekanntermaßen nie erfüllen bzw. liefern können wird. Als Dienstleistungsunternehmen muss sich auch unsere Privatdetektei in Leverkusen* zur eigenen Forderungseintreibung hin und wieder mit Einlassungsbetrügern auseinandersetzen – es handelt sich also keineswegs um einen Sonderfall. Allerdings sind der gewerbsmäßige Aufbau und die damit einhergehende kriminelle Energie im vorliegenden Fallbeispiel außergewöhnlich:


Gewerbsmäßiger Insolvenzbetrug über Scheinfirmendickicht


Ziel der Ermittlungen unserer Detektive in Leverkusen* war es, Herrn Loope, dessen Schuld in Abwesenheit gerichtlich festgestellt worden war, aufzufinden, denn er ließ sich weder für den Auftraggeber noch für die Behörden greifen, da alle vorhandenen Daten ins Leere führten. Die Recherche gestaltete sich langwierig und kompliziert, da sich unsere Wirtschaftsermittler durch ein Netz von Scheinfirmen kämpfen mussten. Die Schwierigkeiten begannen schon beim Namen, denn im Internet, in polizeilichen Registern und selbst im Handelsregister tauchten zu offensichtlich ein und derselben Person diverse unterschiedliche Schreibweisen sowohl des Vor- als auch des Nachnamens auf, zudem unterschiedliche Geburtsdaten und -orte sowie Unmengen an vorgeblichen Wohnadressen.

Unser Detektiv-Team in Leverkusen* erstellte eine Grafik mit den diversen Firmen, Adressen und damit verknüpften weiteren Personen, die sich im Zusammenhang zu Herrn Loope fanden. Diese Grafik weitete sich im Laufe der Ermittlungen immer weiter aus, bis sie schließlich eine Größe von circa elf Quadratmetern umfasste und einem Spinnennetz glich, da sich allerorten Querverbindungen ergab, die entsprechend markiert wurden. Insgesamt umfasste die Übersicht 78 Gesellschaften, bei denen die Zielperson aktuell oder ehemals als Geschäftsführer oder als Zeichnungsberechtigter eingetragen war, 134 Firmenadressen zu diesen Gesellschaften, 69 Insolvenzanträge, 8 Personen, die immer wieder gemeinsam mit Herrn Loope auftauchten und offensichtlich fest in die Machenschaften integriert waren, sechs verschiedene Namensschreibweisen der Zielperson sowie 27 angebliche aktuelle oder ehemalige Wohnadressen. Diese Recherche war eine Mammutaufgabe – erstens die Zusammenstellung all dieser Information, zweitens deren Auswertung samt Herstellung der Querverbindungen und drittens die Überprüfung der Angaben.


Physische Überprüfung der ermittelten Informationen


Zu den weiteren Maßnahmen unserer Wirtschaftsdetektei in Leverkusen* zählten:

  • Vor-Ort-Überprüfung aller recherchierten Wohnadressen zur Zielperson: An keiner einzigen war Herr Loope jemals gesehen worden, an fast allen hatten schon häufig verschiedene Personen nach ihm gefragt. Immerhin konnten bei diesen physischen Überprüfungen diverse weitere Firmenverknüpfungen gefunden bzw. hergestellt werden.
  • Vor-Ort-Überprüfung von 36 der Firmenadressen (mehr war budgettechnisch nicht möglich), bevorzugt jener mit hoher Überschneidungsquote zwischen verschiedenen im Netzwerk verzeichneten Firmen und Personen (33 in Deutschland, 2 in der Schweiz (drei weitere im Briefkastenfirmen-Kanton Zug konnten getrost ausgelassen werden), 1 in Österreich): An keiner einzigen existierten Mitarbeiter, größtenteils handelte es sich um reine Briefkästen, vereinzelt gab es mal einen Kellerraum als Büro, an sieben der Adressen existierten keinerlei Hinweise auf die jeweils angeblich dort ansässige Firma.
  • Überprüfung von 24 Adressen der im Netzwerk verknüpften Personen (Verknüpfungen durch Firmenbeteiligungen, Zeichnungsberechtigungen, Tätigkeiten als Liquidatoren, Domaininhaberschaften u.a., mitunter auch Personen in Verwandtschaftsverhältnissen): An keiner einzigen waren die jeweils gesuchten Personen persönlich bekannt, Nachfragen hatte es aber wie bei Herrn Loope schon diverse Male gegeben.

Weiterhin interessant: Trotz der bereits zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen offenkundigen kriminellen Eigenschaften dieses Firmengebildes traten mehrere der darin verwickelten Einzelpersonen in ehrenhaften Positionen auf: Vorsitzende von Kulturvereinen, Unterstützer von Sportvereinen, Rechtsanwälte und ein Lokalpolitiker.


Die meisten der überprüften Unternehmen entpuppten sich als Briefkastenfirmen, die offenbar über ein untereinander verzweigtes Netzwerk Gelder verschoben, um diese vor gültigen Rechtsansprüchen zu verbergen. 


Methodik dieses gewerblichen Wirtschaftsbetrugs


Das Businesskonzept dieser gewaltig aufgebauschten Betrugshandlungen setzte offenbar auf folgende Faktoren, Variante 1:

  • Gründung neuer Firmen zur vorgeblichen Durchführung lohnender Projekte
  • Anwerbung von Investoren bzw. Kunden zur Beschaffung finanzieller Mittel
  • stillschweigende Verweigerung der Leistungserbringung und Verschiebung der Investionssummen auf Konten anderer Firmen aus dem Netzwerk
  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens | Auflösung/Löschung der dann überschuldeten Firmen oder Übernahme durch stets gleiche Liquidatoren

Variante 2:

  • Gründung neuer Firmen zur tatsächlichen Durchführung von Projekten durch Investoren
  • Verwirklichung der Projekte durch Drittfirmen
  • Nichtbezahlung der Drittfirmen, folglich Forderungen durch die Drittfirmen an die Projektfirmen
  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens | Auflösung/Löschung der dann überschuldeten Projektfirmen oder Übernahme durch stets gleiche Liquidatoren

Variante 3:

  • Gründung neuer Handelsfirmen
  • Anwerbung von Kunden zur Beschaffung finanzieller Mittel
  • vorsätzliche Überschuldung durch die Nichtlieferung bezahlter Waren
  • Eröffnung des Insolvenzverfahrens | Auflösung/Löschung überschuldeter Firmen oder Übernahme durch stets gleiche Liquidatoren

Durch die gesellschaftlichen Verbindungen der einzelnen Personen und Firmen untereinander ist es den Firmengründern und/oder Investoren möglich, ihren finanziellen Gewinn aus der Insolvenzmasse heraus zu verschleiern.


Legendiertes Treffen mit dem gesuchten Wirtschaftsbetrüger


Nach Aufdeckung all dieser Hintergründe gelang es unseren Privatdetektiven in Leverkusen* letztlich, eine Projektfirma Herrn Loopes zu identifizieren, die aktuell aktiv nach Investoren suchte und Kontaktdaten mit tatsächlicher Erreichbarkeit auswies. Mittels der Legende Geschäftsanbahnung/Investitionsvorhaben konnte in einer Mittelstadt in Rheinland-Pfalz ein Treffen mit der Zielperson vereinbart werden, an das die Ermittler eine mehrstündige Observation anschlossen, um auf diese Weise herausfinden zu können, wo Herr Loope wohnte. Leider führte er uns jedoch nicht zu seinem Wohnhaus, sondern zu einem Hotel – offensichtlich war die besagte Mittelstadt nicht sein Wohnort.

Aufgrund des Umfangs des kriminellen Netzwerkes und der Höhe des Schuldtitels gegen die Zielperson rieten unsere Wirtschaftsdetektive in Leverkusen* der auftraggebenden Firma nachdrücklich, die Observation Herrn Loopes lückenlos fortzusetzen, auch wenn dies natürlich hohe Detektivkosten verursachen würde. Leider zeigten die Klienten keine Geduld, sondern verständigten die Behörden und ließen den Betrüger vorläufig festsetzen. Das Ergebnis: Nicht nur durfte die Zielperson die Polizeidienststelle unter Angabe einer falschen Aufenthaltsadresse wenige Stunden später unbehelligt verlassen, auch behauptete sie, keinerlei pfändbares Eigentum zu besitzen und somit nicht für den Schuldtitel aufkommen zu können. Herr Loope sei insolvent und habe das zugehörige Verfahren längst eröffnet. Womöglich hätte die weitere Observation unsere Leverkusener Detektive* früher oder später auf pfändbares Eigentum wie eine Villa, Fahrzeuge und andere physische Besitztümer stoßen lassen, die man dann ggf. hätte pfänden können, sofern nicht auch dort wieder Überschreibungen oder andere Tricks zur Verschleierung der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse zur Anwendung kamen.


Was wäre wenn …


Letztlich hatte unsere Detektei in Leverkusen* das Auftragsziel, den Schuldner ausfindig zu machen, erfüllt. Dennoch war das Gesamtergebnis natürlich nicht zufriedenstellend, da sich selbiger direkt im Anschluss an die Ermittlungen wieder dem Zugriff durch Behörden und Auftraggeber entzog und somit keine Pfändung bzw. freiwillige Zahlung erfolgte.

Ehrlicherweise muss man sagen, dass selbst bei fortgesetzter Kenntnis des Aufenthaltsortes die erfolgreiche Durchsetzung der titulierten Forderung fraglich geblieben wäre, weil erstens mit weiteren Verschleierungspraktiken zu rechnen war und zweitens viele Gerichtsvollzieher (beileibe nicht alle!) leider mehr als schlampig arbeiten. Obwohl sie rechtlich mit großen Befugnissen ausgestattet sind und selbst Wohnräume gewaltsam öffnen dürfen, um Rechtsansprüche durchzusetzen, leiden auch diese Staatsdiener unter der berühmt-berüchtigten Beamtenkrankheit, die man Faulheit nennt. Je mehr Aufwand, desto anstrengender und unbequemer der Tag. Folglich reicht es einem Schuldner, wenn er auf diese schwarzen Schafe ihres Berufsstandes trifft, mitunter, einfach zu behaupten, dass er nichts habe, denn geprüft wird diese Behauptung von solchen Gerichtsvollziehern nicht. Wenn man, wie wir von der Kurtz Detektei für Leverkusen, derartige Ereignisse erlebt und Gespräche mit absurd unmotiviert handelnden Staatsbeamten geführt hat, kann man sich getrost fragen, ob man mit der Aufklärung von Kriminalität anstelle von deren Verübung tatsächlich die sinnvollere Seite gewählt hat – rein ökonomisch sicherlich nicht.


Alle Namen und Orte sind im Sinne des Klienten- und Zielpersonenschutzes selbstverständlich zur vollständigen Unkenntlichkeit verändert.

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Der Detektiv im Wandel der Zeit – Teil 1: Eugène François Vidocq


Eugène François Vidocq


Der Beruf des Privatdetektivs hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich, und es lohnt sicher, einmal zu betrachten, wie sich im Lauf der Zeit Tätigkeit, Berufsfeld und Ansehen des Detektivs geändert haben – vor allem letzteres war nämlich lange in einigen Ländern alles andere als ehrenwert. Obschon die Geschichte von privaten Spionen und Agenten sicher schon fast so alt ist wie die Menschheit selbst, dauert es doch bis weit ins 19. Jahrhundert, bis zum ersten Mal ein Büro eröffnet, das vergleichbar ist mit einer heutigen Privatdetektei wie der Kurtz Detektei Bonn. Nicht in England, wie manch einer vermuten würde, sondern in Frankreich wird 1833 „Le bureau des renseignements“ (dt. etwa „Auskunftsbüro“) gegründet, das als erstes Detektivbüro der Welt gilt.


Vom Gauner zum Gesetzeshüter: Vidocqs Aufstieg als Detektiv ist eng verknüpft mit der genauen Kenntnis des sozio-kulturellen Umfelds („Milieu“)


Der Gründer dieses ersten Detektivbüros, eine schillernde Figur mit bewegtem Lebenslauf, kennt sich in der Welt des Dunklen, Geheimnisvollen und Illegalen bestens aus – war er doch selbst lange Zeit ein Teil von ihr gewesen: Eugène François Vidocq (1775-1857) ist schon als Kind gelegentlich in kleine Diebereien verwickelt, als Erwachsener dient er in der französischen Armee und macht durch diverse (offensichtlich erfolgreiche) Duelle, Schwindeleien und Frauengeschichten von sich reden, was ihm immer wieder Verfolgung, Flucht und Haft einbringt. Des Lebens am Rande der Gesellschaft müde geworden, beschließt er, den Spieß umzudrehen: Von nun an will er auf der aufrechten Seite des Gesetzes stehen, bleibt dabei jedoch seinem Milieu treu.

Als Spitzel und Geheimagent in Diensten der Polizei, später als Gründer und Chef einer zunächst inoffiziellen Sicherheitsbrigade der Pariser Polizei bleibt Vidocq der Unterwelt stets sehr nahe, in Gefängnissen wie auf der Straße. Er kennt das Milieu bestens, ist vertraut mit den einschlägigen Brennpunkten und wird noch lange Zeit von vielen Straftätern für einen Kumpanen gehalten. Da Vidocq erkennt, dass erfolgreiche Ermittlungsarbeit nur durch genaue Kenntnis des Umfelds möglich ist, beruft er häufig ehemalige Kriminelle in seine Dienste, die seine direkte Verknüpfung zur Pariser Unterwelt bleiben. Doch einige dieser zweifelhaften Detektive sind nicht so geläutert wie Vidocq, und so kommt es regelmäßig zu Delikten durch Polizeikräften. Dieser Umstand und andere „Unstimmigkeiten“ beschädigen Vidocqs Ruf bei der Behörde mehr und mehr, sodass er sich nach diversen Querelen 1832 entschließt, endgültig von seinem offiziellen Amt zurückzutreten. Mit der anschließenden Gründung des Detektiv-Bureaus ist er nicht mehr seinen ehemaligen Vorgesetzten verpflichtet, sondern kann sich mit seinen Mitarbeitern, wiederum in der Regel ehemalige Kriminelle, ganz seinen neuen Geschäften widmen: dem Kampf gegen Gauner und Betrüger, mit Privat- und Geschäftsleuten als Auftraggebern – also ziemlich genau das, was die Detektive der Kurtz Detektei Bonn auch heute noch tun, wenn auch im Gegensatz zu Vidocq ausschließlich mit legalen Mitteln.


Revolutionierung der kriminalistischen Aufklärungsarbeit


Nicht nur heutige Detektive, sondern auch die Polizei bedient sich in der Kriminalistik nach wie vor der Methoden, die Vidocq schon damals einführt: Die Strategie, verdeckte Ermittler undercover arbeiten zu lassen, die „Zivilstreife“, um nicht aufzufallen, und das Karteikartensystem werden von Vidocq für seine Ermittlungen erstmals verwendet – und bald nicht nur von der französischen Polizei übernommen. Auch Ermittlungen, die heute als „forensische Untersuchungen“ betrachtet werden würden, revolutioniert er: Er untersucht Tatorte auf Spuren, führt Ballistik-Tests durch, bringt Tathergänge mit ihm bekannten Kriminellen in Verbindung und wird sogar als einer der ersten Kriminalisten auf dem noch weitgehend unbekannten Gebiet der Fingerabdrücke, der Daktyloskopie, tätig – ein Feld, das erst Jahrzehnte später Anerkennung finden sollte. All das ist heute relativ banal und auf der ganzen Welt gängige Detektiv- und Behördenpraxis – für damalige Verhältnisse jedoch höchst revolutionär!


Vidocq erstes Detektivbüro, Kurtz Detektei Bonn


„Vater aller Detektive“ inspiriert die schönen Künste


Doch obwohl Vidocq sowohl als Vater des modernen Detektivs als auch der Kriminalistik im Allgemeinen gesehen werden kann, bleibt die Anerkennung vor allem im Heimatland Frankreich lange aus, zu groß sind die Vorbehalte Vidocq gegenüber aufgrund seiner kriminellen Vergangenheit. Und mit Gesetzestreue, geschweige denn mit der IHK-zertifizierten Ausbildung unserer Detektive aus Bonn, hat es der „Vater aller Detektive“ indes auch später noch immer nicht so: Die Grenzen zur Illegalität verwischen des Öfteren bei Vidocq und seinen Detektiven, die ja selbst in der Regel wie er auch einen kriminellen Hintergrund besitzen. Das bringt ihm mehr als einmal Auseinandersetzungen mit der Pariser Polizei ein und sogar erneute Haft, aber auch Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und ein gewisses Renommee: Er ist Inspiration für diverse Romanfiguren seines Freundes Honoré de Balzac, und auch in den Werken Victor Hugos und Alexandre Dumas’, die ebenfalls zu seinem Bekanntenkreis zählen, findet sich immer wieder die ein oder andere Figur nach seinem Vorbild. So sind sowohl der Protagonist von Hugos Weltwerk „Les Misérables“, Jean Valjean (zuletzt (2012) im Kino verkörpert von Hugh Jackmann), als auch der Antagonist Javert (Russel Crowe) an Vidocqs Leben und Charakter angelehnt.

Letztendlich legt Vidocq mit seinem Detektiv-Bureau den Grundstein dafür, es auch Privatleuten zu ermöglichen, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn sie sich betrogen fühlen; Menschen, denen von den Behörden nicht geholfen wird, die aber trotzdem zu ihrem Recht kommen wollen oder einfach nur „auf Nummer sicher“ gehen möchten. Das hat es bis dahin in der Geschichte noch nicht gegeben und stellt sich schnell als Erfolgsmodell heraus, aus dem sich die moderne Privatdetektei und der Beruf des Detektivs entwickeln. Wir von der Kurtz Detektei Bonn stehen in dieser Tradition, wenngleich modernisiert und rechtskonform, und verneigen uns daher vor dem Mann, der vor fast 200 Jahren den Grundstein für unsere heutige Arbeit legte!


Verfasser: Gerrit Koehler

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Begriffslexikon: Detektei vs. Sicherheitsunternehmen

Kurtz Detektei HamburgDa wir wöchentlich Anfragen und Bewerbungen zum Thema Sicherheitsdienstleistungen erhalten, wollen wir an dieser Stelle einmal den Unterschied zwischen Detekteien und Sicherheitsunternehmen erklären.

Am Anfang stand der Detektiv, der Privatermittler, der Consulting Detective in seinem Detektivbüro. Das Wort Detektiv leitet sich vom lateinischen „detegere“ – entdecken, aufdecken – ab. Ein Detektiv ist folglich eine Person, die offene Sachverhalte aufklärt. Irgendwann gab es einen cleveren Sicherheitsunternehmer, der sein Bewachungsunternehmen als „Detektei“ bezeichnete. Diese Durchmischung der Branchen bürgerte sich in der Folge ein, und heute sind wir sogar soweit, dass die gesetzliche Unfallversicherung beide Branchen in derselben Kategorie aufführt, obwohl offensichtlich völlig unterschiedliche Gefahrenpotentiale bestehen.

Detektive recherchieren und observieren. Ihnen wird ein Problem dargelegt, dessen Lösung sie anhand zahlreicher Ermittlungsmethoden anstreben. Sicherheitsunternehmen sorgen für den geregelten Ablauf von Veranstaltungen, für den Erhalt von Gütern und für die Wahrung der allgemeinen Ordnung.

Ein paar Beispiele von Anfragen an die Detektei Kurtz aus dem Alltag:

Wir erhalten regelmäßig Bewerbungen von erfolgreichen Absolventen der Sachkundeprüfung nach § 34a Gewerbeordnung. Die 34a ist schön und gut, aber wie wir Detektive in unserer Branche sagen: Die 34a hat jeder. Der § 34a ist zuständig für das Bewachungsgewerbe. Detektive allerdings bewachen nur in den aller seltensten Fällen. Meist handelt es sich bei unseren Ermittlungen um Recherchen und Observationen. Recherchen haben mit der 34a herzlich wenig am Hut, und Observationen werden bestenfalls peripher im Lehrgang berührt. Der Detektivberuf und die Sicherheitsbranche wurden leider vor vielen Jahren begrifflich miteinander vermischt. Doch die Kompetenzen, die die Sachkunde in der 34a vermitteln, helfen in der Praxis eines Berufsdetektivs nur selten weiter. Die Detektei Kurtz sucht keine Sicherheitsmitarbeiter, sondern Berufsdetektive mit IHK-Zertifikat zur Fachkraft Detektiv und/oder Vorkarriere in den Ermittlungsbehörden.

Uns erreichten ohne jede Übertreibung bereits Anfragen von arbeitssuchenden Sicherheitskräften, die auf den Hinweis, dass die Detektei Kurtz ein reiner Ermittlungsdienst ist, nachfragten, was denn Ermittlungen seien. Ein My an Vorinformierung möge nicht zu viel verlangt sein, bevor man sich zu einer Bewerbung „anstrengt“.

Auch in der Medienlandschaft ist der Beruf des Privatdetektivs offenbar teilweise nicht klar bekannt. So erhielten wir kürzlich eine Anfrage, ob nicht ein Journalistenteam einen unserer „Museumswächter“ für ein paar Stunden begleiten könne, um anhand der Erkenntnisse einen Artikel veröffentlichen zu können. Nein, Museumswächter sind keine „Aufdecker“ (Stichwort: detegere), sondern reine Bewacher – folglich Bewachungsgewerbe.

Auch Kaufhausdetektive gehören nicht zur von uns beschäftigten Berufsgruppe.

Die Detektei Kurtz setzt sich mit Patrick Kurtz als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik für die Professionalisierung des Detektivberufs und die Wiederbelebung des Studiengangs Kriminalistik in Deutschland ein.

PS: Der obige Artikel soll keineswegs eine Abwertung des Sicherheitsgewerbes, sondern einzig und allein eine Begriffstrennung darstellen. Beide Branchen – die Sicherheit wie die Privatermittlungen – besitzen ihre Daseinsberechtigung und ihre Notwendigkeit in Deutschlands Gesellschaft, jedoch sind sie strikt voneinander zu trennen.


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